die gebrauchsgrafiker | der blog

»transparenz schafft akzeptanz«

Was für ein Frühling
Allen Unkenrufen zum Trotz hat sich denn auch Dank des sonnigen Aprils die volle Blütenpracht unserer Feilchen vom tristen Straßenrand entfaltet.
Angeregt durch die Blumisten und unsere eigenen Vorhaben, konnten wir hier doch einen schönen Farbtupfer setzen.
Erinnern Sie sich? Zwei Wochen später:

Seitenstreifen 4 in alles blüht!

foto | oliver schuh | blühender seitenstreifen

Exzellente Letteratur!

LetterFontäne – für gute Bücher ist es nie zu spät.
Erst jetzt bin ich durch einen kleinen Werbeflyer für AGDler auf dieses Werk aufmerksam geworden. Ich kann noch immer nicht begreifen, wieso dieses Typografie-Buch nicht längst Bestandteil meiner Fach(idioten)bücher ist? Bereits 1996 erschienen, zugegeben, nach in Augenscheinnahme des Schmutztitels war ich etwas verblüfft, entpuppt sich dieser Wälzer sehr schnell als zeitloses Standardwerk für Grafiker und solche, die es werden wollen.

Letterfontaene3 in Exzellente Letteratur!

foto | oliver schuh | letterfontäne

“Dieses Buch ist als Buchwerk vor allem Arbeitsbuch und möchte den Computerschriftanwender stützen im Kampf gegen den Zufall.” So heißt es im Schmutztitel. Verfaßt, redigiert und entworfen von Geert Setola und Joep Pohlen. Erschienen im März 1996 im VERLAG FONTANA. ISBN90-75084-04-8

Dabei könnte man das Zitat nun missverstehen und meinen, man bekommt hier auf 448 in Leinen gebundene Seiten Lösungen gegen den Zufall, Rezepte oder Anleitungen. Nein. Das Gegenteil ist der Fall. Hier wird sensibilisiert für Typografie. Kein Kochbuch, sondern fundierte Anregung. Ganz nach meinem Geschmack.

Völlig verblüffend auch der “democratische” Preis: € 29,90 für AGDler sogar nur € 17,90!
Und das für ein Buch mit reddot design award und die deutsche Ehrenauszeichnung für hohe Designqualität!
Das zahlt man ja sonst schon für ein Taschenbuch mit tausendfach widergekäuten Marketingphrasen.

Nun, alles will ich aber nicht erzählen. Nur soviel: Spaß an Typografie sollte man schon haben.

Kürzlich wurde ich zu den Blumisten eingeladen.
Die Blumisten? Wat is dat denn? Genau so verblüfft war ich auch. Umso einfacher war die Antwort. Und auch die spontane Zusage.
Bin ich doch nah am Grünen gebaut. Naja, nicht mehr lang, denn ein Penny muß unbedingt in direkter Nachbarschaft rund 6.000 qm zu pflastern – jedes Dorf macht halt die gleichen Fehler. Umso sensibler bin ich, wenn es um triste, vegetationslose Flächen und Ecken geht. Genau wie die Blumisten.

Schon bevor die Blumisten in Erscheinung getreten sind, hatte ich mir diesen grauen Streifen zum Ziel der Begrünung gemacht:

Seitenstreifen 2 in blumisten sind macher

foto | oliver schuh | grauer seitenstreifen

Nun war da noch die Idee, unsere Corporate Flower auszusäen, doch erweist sich dies als wenig erfolgversprechend. Zum einen dauert es lang und zum anderen besteht die Gefahr, daß dort jeder grüne Zippel als Unkraut entfernt oder von Vierbeinern begossen wird. Anders ist es, wenn man gleich Blühendes pflanzt. Die Corporate Flower wird dann in Kästen gezogen und gepflanzt, wenn die Feilchen ausgeblüht haben.

Gesagt, getan:

Seitenstreifen 3 in blumisten sind macher

foto | oliver schuh | grüner seitenstreifen

Und, wer nun noch errät, um welche Pflanze es sich bei unserer Corporate Flower handelt,
der erhält ein Tütchen dieser Züchtung.

Corporateflower 3 in blumisten sind macher

foto | oliver schuh | corporate flower

Ich wünsche ein blumiges Frühlingserwachen!

Oder das Märchen von der Win-Win-Situation
Heute werde ich gerade durch diesen sehr schönen Beitrag Hallo, geht’s noch? im Blog PR-Doktor daran erinnert, daß ich ja noch eine Fortsetzung zum eigenen Beitrag Darf’s ein bisschen mehr sein? nachliefern wollte.

Wir erinnern uns, es ging um “Designer” die sich weit unter marktüblichen Preisen und fern jeder kaufmännischer Vernunft, Existenzgründern anbieten, ja geradezu anbiedern.
Randerscheinungen sprechen da auch gern von einer Win-Win-Situation. Schließlich begleitet und wächst man mit dem jungen aufstrebenden Unternehmen. Folge-, ich mag’s kaum aussprechen, Folgeaufträge und Referenzen winken, wenn der Zug nur ersteinmal ins rollen gekommen ist.

Mal schlank nachgedacht.
Designer mit Dumpingpreisen im Gepäck, schmeißen sich an Existenzgründer ohne Startkapital. Trifft da nicht Not auf Elend? Ist das nicht eher die vorprogrammierte Lose-Lose-Situation?

Wenn das Startup tatsächlich so erfolgversprechend prognostiziert, sollte es sicher Bank und Förderprogramme überzeugen können. Dann sollte es sich um eine anständige Finanzierung kümmern, mit der es einen vernünftigen und professionellen Start hinlegen kann. Der erste Eindruck zählt, heißt es so schön.

Wenn nun ein Businessplan vorhanden wäre, der Banken und Förderer nicht gefällt, warum sollten Kreative dies tun?

Warum sollten gerade “Designer”, die ganz offensichtlich über Quantität statt Qualität gehen, die dem Starter in Ermangelung von Zeit, letztlich eben doch Standardlösungen bieten, obwohl sie individuelle Beratung anpreisen, die eben völlig unkaufmännisch kalkulieren, warum sollten nun gerade die dem jungen Startup zum Erfolg verhelfen können?

Wird nicht ständig gebetsmühlenartig gesagt: “Das Ergebnis zählt!”
Nun, ich habe den Eindruck nach solchen besagten Diskussionen in XING nicht.
Offensichtlich zählt bei den meisten nicht das Ergebnis, sondern der Preis.

Falls Sie, lieber Leser, ein hoffnungsfrohes Startup auf die Beine stellen und wissen wollen, wie Sie finanzierbar an professionelle Beratung und Umsetzung der entsprechenden Marketing- oder Coporate Design Konzepte kommen, sprechen Sie mich gern an.

Wer weiß, vielleicht gibt es aber auch noch Teil III. ;-)

 in Darfs ein bisschen mehr sein? Teil 2

Oder, wer verkauft, hat immer recht?
Nach diversen unsäglichen Diskussionen, die ich kürzlich in XING miterleben durfte und teils führen konnte, fiel mir wieder ein “T-Shirt-Design-Wettbewerb” anläßlich des sogenannten Akquisekongress in Kassel ein. Aus Jux und Dollerei nahm ich daran teil. Mit Teilerfolg. Erfolg, weil mein Entwurf die meisten Votings erhielt. Misserfolg, weil die ausschreibenden Organe kurzerhand den Wettbewerb stornierten. Der Preis, die Teilnahme am Kongress wurde – obwohl versprochen – ebenfalls zurückbehalten. Naja, Schwamm drüber, war nichts anderes zu erwarten.

Aber die Tage kam mir mein Motiv wieder in den Sinn. Nach eben dieser stumpfen Diskussionen.
Was passiert da?
Ganz einfach gesagt: Vertriebler fordern/raten Designern ihre Dienstleistung aus Kundensicht anzubieten.

Leider verkommt diese einfache Formel zu einer Flosskel. Man bekommt den Eindruck, alle die jenes fordern haben das gleiche Buch gelesen – aber nicht verstanden.
Und so kommt es, wie es kommen muß. Die Bedürfnisse des Kunden – auch hier ist man sich nicht einig, wer eigentlich damit gemeint ist. Auftraggeber oder Konsument? – werden dann genauso kurz und knackig wie die Flosskel auf die Formel “günstig” gebracht.

Was machen also die wieselflinken “Designer”? Sie schnüren ein Paket. Da ist alles drin. Das “Rundum Wohlfühl Paket”.
Und, sie preisen es an. Wie Sauerbier.
Es kommt natürlich, wie es kommen muß. Designer A bezichtigt Designer B des Dumpings.
Drei Tage später: Designer A hat auch ein “Rundum Sorglos Paket” geschnürt. Teurer, ist aber auch mehr drin.
Jetzt kommt Designer C und meint: “Das ist noch alles viel zu teuer, schaffe ich in drei Stunden!”

Herzlichen Glückwunsch, liebe Kollegen.
Was ist passiert? Na, es wurde die Dienstleistung zum Produkt. Das Fatale daran: Es ist einzig und allein der Preis vergleichbar. Die eigentliche Leistung steht im Hintergrund.

Und wie geht es weiter?
Klar, der Preis fällt immer weiter. Irgendwo gibt es dann doch eine imaginäre selbstmoralische Grenze, die sich jeder selbst steckt. Meist weit unter dem eigenen Existenzminimum, aber alles für den mittellosen Existenzgründer. Da gibt es nur eines: das Paket wird vergrößert. Unter dem Motto:

Kassel Oliverschuh in Darfs ein bisschen mehr sein?

grafik | oliver schuh | darf es ein bisschen mehr sein?

Sicher haben Sie diese freundliche Frage schon an der Wursttheke gehört.
Aber haben Sie das Etwas Mehr geschenkt bekommen? Nein. Sie müssen dafür bezahlen.

Noch Fragen?

Und später dann: “Warum dies keine Win-Win-Situation ist?”

 in Darfs ein bisschen mehr sein?

demografisch gesehen …

… liegen die Gebrauchsgrafiker mitten drin.
Mitten drin? Ja, genau, ich zumindest. Studien zufolge fühlt sich der westliche Erdenbürger im Schnitt 15 Jahre jünger, als er wirklich ist. Ja, richtig. Also Schluß mit dem Gejammere und den Wehwehchen.

Ich fühle mich jetzt also wie ein 29-Jähriger. ;-) Und kann mich demzufolge auch gut in Ihn hineinversetzen. Klasse, echte Kaufkraft fängt mit 30 an. Wer sonst kann die Kunden mit dieser Zielgruppe besser bedienen, als ein 44-Jähriger, mit der Erfahrung aus 21 Jahren Selbständigkeit und der gefühlten und attestierten Jungdynamik?

Aber wieso mitten drin?
Na, da gibt es nach oben ja noch die Silver-Ager. Die 50 bis 60-Jährigen fühlen sich also wie 45 bis 55. UND, ihnen wird die höchste Kaufkraft nachgesagt. Allerbest. Mit 44 bin ich also auf Augenhöhe mit dieser wachsenden Zielgruppe. Wer sonst, sollte diesen Kreis bedienen? Ältere Kollegen gehen mittlerweile in den Ruhestand. Twen-Designer sind wohl zu weit ab vom Schuß.

Da läßt es sich doch jetzt trefflich verkraften, daß sich nun auch mal das eine oder andere silberne Häärchen zeigt. ;-)

grafikdesign ist wie kochen …

… es kommt auf die Zutaten und den Virtuosen an.
Ausgesuchte, handverlesene Ingredienzien sind noch kein Garant für ein gelungenes Menü. Erst der versierte Koch kreiert mit Erfahrung und handwerklichem Können den Gaumengenuß. Umgekehrt kann der Profikoch zwar viele Unzulänglichkeiten wett machen. Er kann auch aus bodenständigen Kleinigkeiten Leckeres zaubern. Stimmen aber die Zutaten nicht, ist das Ambiente abstossend oder der Service läßt zu wünschen übrig, ringt auch er den Gästen kein rundum zufriedenes Lächeln ab.

Es kommt eben auf das perfekte Zusammenspiel der Details an. Service und Beratung, Rezeptidee, Wahl der Zutaten, perfekte Zubereitung, Präsentation und das richtige Timing.
Jede Unzulänglichkeit trübt den Blick, Geschmack oder das Wohlbefinden.

Klar, geht es nur um das Sattwerden, reicht auch Fastfood.
Aber Hand auf’s Herz. Lassen Sie sich von Dosenfutter um den Finger wickeln?

Es grüßt der Gebrauchsgrafiker – übrigens, auch leidenschaftlicher Koch. ;-)

longnose…

…es gibt ihn wahrhaftig!
Nach meinem Kindheitstraum, einer tollen Bescherung und der Erkenntnis, daß es erstens anders kommt und zweitens, als man denkt, ergab sich nun vor kurzem die wunderbare Möglichkeit, dem Erfinder der Longnose zu begegnen.

Gleich zweifach begeistert, wurde aus einem virtuellen ein realer Kontakt: Thomas Bell. Und was ich bisher nur aus einer PLAYBOY Reportage und einer Webpräsenz kannte, stand nun wahrhaftig vor mir: der Longnose.

Wahrlich, beide Erscheinungen sehr real und imposant.

In Aktion konnten wir, hier noch einmal großen Dank an Heike Baumgärtner, an deren AGD Regionaltreffen ich teilgenommen hatte und die mich zur Werkstatt chauffiert hat, den Longnose leider nicht sehen und hören. Aber er ist fast fertig. Und spätestens im Frühjahr bin ich wieder da! ;-)

Longnose in longnose...

longnose, bell und schuh | foto heike baumgärtner

…für altes Corporate Design!
Was Vater Staat für die Automobilindustrie ersonnen hat, kann auch in der Designwirtschaft für Impulse sorgen.

Dabei wäre eine Abwrackprämie für veraltete Corporate Designs viel umweltfreundlicher und auch nachhaltiger, als eine Einmal-Finanzspritze zum Neuwagenkauf.  Warum, liegt doch auf der Hand. Die Entsorgung eines in die Jahre gekommenen Unternehmensgewandes kostet kaum Ressourcen. Dagegen profitieren Unternehmen und entwickelndes Designatelier nachhaltig, und damit auch die gesamte Wirtschaft.

Das bedürftige Unternehmen könnte mit zielgruppengerechtem Outfit glänzen, alte und neue Kunden begeistern und binden. Und zwar ganz nachhaltig – sofern das neue Corporate Design professionell entwickelt wurde. Das ausführende Designatelier profitiert sowieso durch Auftrag, Umsatz, neue Kunden und Referenzen. Aber auch die Wirtschaft geht nicht leer aus. Neben den steigenden Umsätzen von Unternehmen und Ateliers, werden auch für die Peripherie Impulse gesetzt. Zulieferbetriebe wie Druckereien, Buchbinder, Beschrifter, Verpackungshersteller, Beschrifter, Messebauer, etc. aber auch Spezialisten wie Fotografen, Texter, Webdesigner, Filmemacher oder Komponisten, etc. werden ein Stück vom Kuchen erhalten. Ganz zu schweigen von den zu erwartenden steigenden Festanstellungen in Ateliers und Agenturen.

Immerhin, die Creative Industries rangierte 2002 nach Lebensmittel-, Automobil- und Pharmaindustrie, nur knapp an vierter Stelle in Europa. Gespannt darf man auf die neuesten Zahlen sein, denn seit 2002 ist stetes Wachstum angesagt. Hier und da hört man schon, daß sich die Creative Industries auf Platz 2 vorgeschoben haben sollen. Ein deutliches Zeichen, welches es zu unterstützen gilt. Z.B. mit der Abwrackprämie für alte Corporate Designs.

Ich wäre dafür. ;-)

 in die gebrauchsgrafiker fordern abwrackprämie...

online-marketing…

…für Kultureinrichtungen
Kürzlich stellte Karin Janner ihre Diplomarbeit “Das Internet in der Kommunikationspolitik von Kultureinrichtungen – neue Ideen und Best-Practice-Beispiele” zum freien Download zur Verfügung.

Wie ich finde, eine sehr gelungene Arbeit. Naturgemäß halten sich Kultureinrichtungen offensichtlich generell, was Marketing anbelangt, eher zurück. Kunst und Kommerz geht scheinbar nicht zusammen. Angesichts schrumpfender Töpfe kann allerdings Werbung mit Fingerspitzengefühl hilfreich sein.

Gerade auch für Unternehmen oder Existenzgründer, die entweder dem Online-Marketing eher skeptisch gegenüberstehen, noch keine Erfahrungen mit Marketing haben oder eben auch nur auf kleine Töpfe zugreifen können, kann diese sehr eingängige, ohne überbordendem Fachchinesisch gehaltene Diplomarbeit, einen sehr guten und verständlichen Überblick über die Möglichkeiten des Online-Marketing geben.

Gerade im Anhang, einer Befragung von 12 Experten, wird aber ganz einhellig deutlich, daß Online-Marketing eben aber auch sehr zeitaufwendig ist und es auch hier einer klaren Strategie bedarf. Insofern halte ich die Meinung der meisten Experten, Online-Marketing sei per se deutlich günstiger als klassische Werbung, für sehr zweifelhaft.

Das Internet schläft nie. Und wer im World Wide Web werben möchte, sollte hellwach sein. Die 24 Stunden Verfügbarkeit fordert selbstverständlich großen Personaleinsatz. Das Netz lebt und verändert sich ständig. Möchten Unternehmen mit der Zielgruppe in Interaktion treten, müssen sie für kompetente Ansprechpartner sorgen, die im Sinne einer klaren Marketingstrategie Rede und Antwort stehen können. Per Blog, per Chat, per Content, per Email, per Twitter oder was auch immer. Aktualität und Content (Inhalt) sind Trumpf. Und das kostet. Auf die eine oder andere Art.

Lesen Sie mal hier, es lohnt sich!

 in online-marketing...

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