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»transparenz schafft akzeptanz«

der kreative Butterberg …

… oder die Fettecke der Kreativwirtschaft?

 

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der kreative butterberg | cartoon | oliver schuh

 

Seit einigen Jahren macht Politik eine Wachstumsbranche aus und nennt sie (Kultur- und) Kreativwirtschaft. Mit rund 137 Mrd. Umsatzvolumen in 2010 – laut »Monitoring zu ausgewählten wirtschaftlichen Eckdaten der Kultur- und Kreativwirtschaft 2010« der Bundesregierung – kann man das Potenzial auch kaum übersehen. Und auf den ersten Blick macht es fast ein wenig stolz zu den »nur« eine Million Menschen zu zählen, die diese Umsätze erzielt haben sollen. Die Dunkelziffer der Beteiligten dürfte dabei aber wesentlich höher liegen. All die Neffen, Nichten und Kukis und all diejenigen die unter einem Jahreseinkommen von weniger als 17.000 Euro liegen, werden meines Wissens nämlich nicht erfasst. Und das dürfte eine nicht ganz kleine kreative Ansammlung sein.

Nun erkennt die Politik also Potenzial und will fördern. Im allerersten Moment habe ich mich dabei erwischt zu fragen, warum man etwas fördern will, was aus sich selbst heraus offenbar eine Erfolgsgeschichte ist? Und im zweiten Moment fallen mir diverse staatliche Subventionsmodelle ein, die oft nicht das erzielt oder schlimmer noch, daß Gegenteil von dem bewirkt haben, was eigentlich erreicht werden sollte.

Erst neulich wurden in einer Plenarsitzung, in gemütlicher Runde die Anträge zur Förderung der Kreativwirtschaft von Regierungsparteien und Opposition diskutiert. Nach meinem Empfinden wurde recht deutlich, daß die Redner Ihrer Parteien eine jeweils recht unterschiedliche Auffassung davon hatten, was eigentlich in den sehr dehnbaren Oberbegriff Kreativwirtschaft gehört? Mal davon abgesehen, daß dieser Begriff unvollständig ist. Heißt doch der neuersonnene Wirtschaftssektor Kultur- und Kreativwirtschaft. Und laut Wiki gehören dann auch gleich elf Teilbereiche dort hinein: »Musikwirtschaft, Buchmarkt, Kunstmarkt, Filmwirtschaft, Rundfunkwirtschaft, Markt für darstellende Künste, Designwirtschaft, Architekturmarkt, Pressemarkt, Werbemarkt sowie Software/Games-Industrie.« Wohlgemerkt, es geht jeweils um die jeweiligen Märkte. Und so scheint es mir auch nicht weiter verwunderlich, daß die Regierungsparteien sich eher um die Förderung der Wirtschaft, als um die Förderung von Kultur und Kreativität kümmern möchten, während die Opposition sich mehr um das Auskommen, die Altersabsicherung und die urheberrechtlichen Belange der kulturellen und kreativen Akteure zu bemühen scheint. So mein Eindruck.

Für die Teildisziplin Designwirtschaft bleibt zu hoffen, daß Politik dem inflationären Run auf die hippen Berufe nicht noch mehr Vorschub leistet, denn schon jetzt gibt es einen kreativen Butterberg, der wächst und wächst.

Wer Spaß an den Reden zur (Kultur- und) Kreativwirtschaft hat, findet die Streams hier: Förderung der Kreativwirtschaft

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