die gebrauchsgrafiker | der blog

»transparenz schafft akzeptanz«

Mühlhausen 2011

Herzenswerke – Arbeiten auf eigene Gefahr

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“Jage Geld und Sicherheit nach, und dein Herz wird sich niemals öffnen.”
Laotse, Tao Te King, Peter Kobbe (Übers.)

  • AGD Jahrestagung 2011
  • 29. September bis 1. Oktober
  • im Puschkinhaus Mühlhausen (Thür.)
  • Anmeldung bis 15. September [PDF]
  • AGD-Mitglieder 50,- Euro, sonst 150,- Euro

Wir feiern: Die AGD wird 35. Das nehmen Lutz Hackenberg und andere AGDler, die sich gern als die “alten Hasen” bezeichnen (lassen), zum Anlass, uns auf eine kleine Reise von den Anfängen der AGD bis zu ihrer Gegenwart mitzunehmen.

Donnerstag, 29. September

  • ab 12.00 Uhr
    Catering und Treffpunkt im Puschkinhaus
    AGD Einladung
    Registrierung der Teilnehmer
  • ab 12.00 Uhr
    Markt der Möglichkeiten im kleinen Saal
    Aussteller: Geese Papier | Druckerei Lokay | Holtz GmbH
  • 14.30 – 14.45 Uhr
    Eröffnung der AGD Jahrestagung 2011
    Andreas Jacobs, AGD Vorstandsvorsitzender
  • 14.45 – 15.30 Uhr
    Die Passion des Schreibens – „Arbeiten auf eigene Gefahr“
    Prof. Gottfried Pott, Wiesbaden
  • 15.30 – 16.15 Uhr
    Hinterm Tellerrand geht’s weiter! – „Erfolg mit Kreativität und Nachhaltigkeit in einer sich wandelnden Designerwelt“
    Christhard „Otto“ Landgraf
  • 16.15 – 17.00 Uhr Kaffeepause
  • 17.00 – 17.45 Uhr
    Einsam ist nicht kreativ. Ausbruchsversuche aus dem Mainstream-Gefängnis
    Volker Remy
  • 17.45 – 18.30 Uhr
    Herzenssache
    Juli Gudehus, Berlin
  • 18.30 – 20.00 Uhr
    Designers’ Dinner im Puschkinhaus
    AGD Einladung
  • 20.00 – 21.30 Uhr
    35 Jahre AGD
    Lutz Hackenberg und Gäste
  • 21.30 – open end
    Tagesausklang im Puschkinhaus

 

Freitag, 30. September

  • ab 9.30 Uhr
    Markt der Möglichkeiten im kleinen Saal
    Aussteller: Geese Papier | Druckerei Lokay | Holtz GmbH
  • 9.30 – 10.00 Uhr
    AGD Vorstandsvisionen
    Torsten Meyer-Bogya, Sabine Reister, Vorstandsmitglieder
  • 10.00 – 10.45 Uhr
    Ein Traum, eine Zeitschrift, ein Buchstabe – von der Schwierigkeit, einen Herzenßwunsch wahr werden zu lassen
    Boris Buchholz, Berlin
  • 10.45 – 11.30 Uhr Kaffeepause
  • 11.30 – 12.45 Uhr
    Wenn die Grafik den Raum erobert – unterwegs auf einer Schnittstelle
    Beate Grübel, Wiesbaden
  • 12.15 – 13.00 Uhr
    Bücher aus Leidenschaft
    Prof. Gregor Krisztian, Darmstadt-Eberstadt
  • 13.00 – 14.30 Uhr
    Designers’ Lunch | AGD Einladung
  • 14.30 – 15.15 Uhr
    Drei kleine Begebenheiten aus meinem Privatleben oder der Mehrwert in diesem Beruf
    Regina Maxbauer, Hannover
  • 15.15 – 16.00 Uhr
    „Anni kocht in Münster“ – Ein kulinarischer Erfolg
    Lisa Nieschlag und Lars Wentrup, Münster
  • 16.00 – 17.00 Uhr Kaffeepause
  • 17.00 – 17.45 Uhr
    Projekt Gold – Film und Design: Unsere Welt des Filmemachens zwischen Auftrag und freien Projekten
    Simone Wendel und Mario A. Conte, Mannheim
  • 17.45 – 18.45 Uhr
    NEA MACHINA – Die Kreativmaschine Kopf-Bauch-Hand-Computer
    Thomas und Martin Poschauko, Bad Feilnbach
  • 18.45 – 19.15 Uhr
    Fazit und Ausblick 2012
    Victoria Ringleb und Andreas Jacobs
  • 19.15 – 20.00 Uhr Sektpause
  • 20.00 – 22.00 Uhr
    Designers’ Grill & Buffet im Puschkinhaus
    Selbstzahler
  • 22.00 – open end
    Musik im Puschkinhaus
    Mit dem AGD Note Directors Club und AGDisco mit DJ Doc

 

Samstag 1. Oktober

  • ab 9.30 Uhr
    AGD Netzwerk im kleinen Saal
    Arbeiten zeigen, Kontakte knüpfen und Erfahrungen austauschen.
    Mitreden und mitgestalten in der Creative-Lounge
  • 13.30
    Tagungsausklang
    Mit dem AGD Note Directors Club, Sekt und Suppe
    AGD Einladung
  • 15.00 Uhr
    AGD Wanderung
    Wandern unter freiem Himmel bewandert
  • Anmeldung bis 15. September [PDF]
  • AGD-Mitglieder 50,- Euro, sonst 150,- Euro

AGD Forum

für alle · von allen
Neulich habe ich den wohl kürzesten Bericht als Moderator des internen AGD Forums auf der AGD Mitgliederversammlung in Kassel vorgetragen. Da allerhand Themen anstanden, wurde ich gebeten meinen Bericht möglichst kurz zu fassen. Ich brach also meinen vermutlich anderthalbstündigen Vortrag auf anderthalb Minuten herunter. ;-)
Für langweilige Statistiken war die Zeit zu knapp und das Material zu dürftig und so habe ich mich optisch auf nur ein Motiv beschränkt, in der Hoffnung, daß es bei dem einen oder der anderen Kolleginnen etwas auslöst.

Agd Forum Bericht in

agd forum | foto | panthermedia

Die AGD, Allianz deutscher Designer, ist als Verband bereits eine Community. Ihre Mitglieder treffen sich real in kleinen Gruppen in den Regionen oder auf Tagungen und Mitgliederversammlungen. Allerdings, verglichen mit der Anzahl von rund 3.000 Mitgliedern, eher in kleinen Kreisen. Die große Mehrheit schweigt.

Das ist im Forum nicht anders. Auch in öffentlichen Foren wie XING ist das so: Die Mehrheit genießt und schweigt. Sie nimmt ohne zu geben. Dabei ist das Geben und Nehmen oder auch das Teilen von Wissen das fundamentale Prinzip von Communities und Netzwerken. Zeitfresser höre ich oft. Und kann es nicht begreifen.

Klar, wer XING, Facebook und Co. nur zum Tratschen und Klatschen verwendet, sich ausser mit einem Profil vielleicht gar nicht zeigt, wird sich sicherlich nicht wundern dürfen, wenn am Ende nichts hängen bleibt. Und das sagt einer, der täglich zumindest einen dampfenden Kaffee twittert. Ja, aber wo kann man sich in Firmen oder auch auf Parties am besten unterhalten? Wo bekommt man mit, was und wie es läuft? Wo tauscht man sich aus? Richtig. In der Küche, direkt an der Kaffeemaschine.

Schlecht ist, wenn jede Abteilung, jedes Gewerk oder jede Fachrichtung seine eigene Küche hat, wie von Volker Remy hier geschildert: ‘Interne Community’ III. & letzter Teil
Da fehlt dann eben die gegenseitige Befruchtung und die fachübergreifende Durchmischung, die dann letztendlich auch zu echten Nutzennetzwerken führen.

Die AGD richtet sich an die professionellen Kreativen aller Fachbereiche. Und sie hat eine große Küche. Das interne Forum.

Ich hoffe, mein nächster Bericht fällt länger aus. ;-)

Wir wünschen …

… entspannte Festtage gehabt zu haben
Und mit einem Lächeln im Herzen, einem Augenzwinkern, einem kleinen Schalk im Nacken, schafft man auch die Bürden ins neue Jahr.
»Früher gab es noch richtige Winter.« Wie oft mußte man diese Floskeln hören? Nun sind sie wieder da, die richtigen Winter und plötzlich will sie keiner haben.
Doch. Ich. ;-)
Ich liebe Wetter. Und ich liebe Jahreszeiten. Mit einem Schnips bringt einen die Natur wieder auf den Boden der Tatsachen – selbst High Tech made in Germany ändert daran kaum etwas. Ich mag das, weil es einen daran erinnert Maß zu halten. Und, es wäre mir auch viel zu langweilig, immer das gleiche Wetter zu haben. Gar der Sonne hinterher zu jetten, um dann Palmen weihnachtlich zu schmücken, ist nicht meins.
Da sorge ich lieber für ordentlich Holz vor der Hüttn und Kartüffels im Keller. ;-)
Ein Becher dampfenden Kaffee nach dem Schneeschippen und die Welt ist in Ordnung.

In diesem Sinne
2011 wird ein blumiges Jahr
Oliver Schuh

Corporate Flower Smile in

corporate flower | smile | foto | oliver schuh

Na? Und wer weiß, woraus das Smiley gemacht ist?
Keinen Schimmer?
Vielleicht kommt hier die Erleuchtung: »Lachen mit dem Herzen«

Angstfrei arbeiten

Selbstbewusst und souverän im Job
Dieses kompakte Büchlein von Bettina Stackelberg hat auf den ersten Blick ja so gar nichts mit Typografie, Design oder Marketing zu tun. Themen, die sich hier auch immer wieder in Form von Buchrezensionen finden. Also warum, wird sich vielleicht die Eine oder der Andere fragen, erwähnt der Kerl dies Büchlein?

Vielleicht weil es farblich passt?
Nein. Purer Zufall.

Oder weil es mit einer wunderbaren Widmung versehen ist?
Das wäre ein schöner Grund, aber nein.

Ich empfehle einfach dieses wunderbare Werk insbesondere auch meinen KollegInnen aus der Kreativbranche, weil ich glaube, daß es vielen helfen wird, entspannter, selbstbewusster und eben souveräner auf Auftraggeber zuzugehen oder sich selbstsicherer präsentieren zu können. Auch mal »Nein« sagen, will gelernt sein. Seinen Standpunkt angstfrei und selbstbewusst vertreten. Alles Dinge, die die Arbeit eines Kreativen gern und oft erschweren.

Bettina Stackelberg zeigt Wege aus der Angst, aber auch den guten Umgang mit dem Schutzmechanismus Angst. Und das völlig entspannt – ohne angsteinflössende Tiefenpsychologie. ;-)

Obwohl ich aus einem völlig anderen Grund, der hoffentlich bald noch hier näher erläutert wird, dieses Werk bestellt habe, stelle ich fest, daß es mir sozusagen präventiv hilft, schon jetzt vor anstehenden großen Entscheidungen mal bewußt durchzuatmen und die Dinge, die auf mich zukommen gelassen anzugehen.
Insofern die Extraempfehlung: Nicht erst lesen, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist.

Angstfreiarbeiten in

angsfrei arbeiten | foto | oliver schuh

Angstfrei arbeiten – Selbstbewusst und souverän im Job
von Bettina Stackelberg

Verlag C. H. Beck
126 Seiten broschiert
6,80 Euro

Ungewöhnlich Werbe- und PR-Aktionen | das E-Book
Nachdem wir schon im erfolgreichen E-Book »Handbuch Kundennutzen« verewigt wurden, hat uns PR-Fachfrau Kerstin Hoffmann auch zu Ihrer neuen Blogparade eingeladen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Ein starkes E-Book mit vielen verschiedenen Ansätzen und Herangehensweisen.

Diesseits Der Trampelpfade in

diesseits der trampelpfade | kerstin hoffmann

Für den freien, direkten Download klicken Sie bitte auf das Buchmotiv. Ein Vorwort mit Inhaltsverzeichnis finden Sie im Blog von Kerstin Hoffmann.

Unser Beitrag ist eine Co-Produktion von Volker Remy und Oliver Schuh und zeigt unsere kleine, aber feine, virale Charity-Aktion mit Hilfe unserer Corporate Flower und zu Gunsten des Moebius Syndrom Deutschland e.V..

Wir freuen uns sehr, daß unsere Aktion Eingang in dieses anregende E-Book gefunden hat. Auf Seite 60 lesen Sie mehr darüber.
Über Feedback oder sogar Teilnahme an der karitativen Aktion würden wir uns selbstverständlich auch sehr freuen.

Schauen Sie doch mal rein. Es lohnt sich.

Gruß vom sonnigen Elbstrand
Oliver Schuh | agd | die gebrauchsgrafiker

Clou

Strategisches Ideenmanagement in Marketing, Werbung, Medien & Design: Wie innovative Ideenschmieden die Alchemie der Kreativität nutzen.
Ein aussergewöhnliches Buch von Mario Pricken.

Eigentlich könnte das Werk auch heißen: »Was Sie schon immer über Sex, äh, Werbung wissen wollten …«. Irgendwo überträgt der Autor die Beziehungskiste zwischen Mann und Frau auf Auftraggeber und Auftragnehmer: »Sie können nicht ohne einander, oft aber auch nicht miteinander!« Und weist dann Wege auf, wie ein Miteinander zu kreativen Lösungen führen kann. Besser, nur ein Mitwirken aller Beteiligten führt zu erfolgversprechenden Ergebnissen. Was sagte ich neulich noch auf Twitter? »Kreative Lösungen entstehen nur, wenn man den Kunden mit in den Pool holt. ;-)« – ich fühle mich bestätigt. Überhaupt greift Mario Pricken unheimlich viele Situationen auf, die Kreativität fördern oder bremsen und löst dabei Aha-Erlebnisse aus. Weil einem diese Situationen bekannt vorkommen. Vermutlich meistens aber leider die, die bremsen.

Anhand vieler exzellenter, kreativer Beispiele zeigt er die Hintergründe, was nötig war, um zu solchen Ergebnissen zu kommen. Im Vergleich zur Werbung von der Stange. Dem »Ich hätte gern das, was sie hat.« Er zeigt die Grenzen der One-Man-Show, aber auch das Verpulvern von Energie in Agenturen oder den Supergau, wenn der Kunde am Ende »doch lieber die Fähnchen« will.

Für mich ein Buch, was mir zum einen meine eigenen Erfahrungen komprimiert, wie einen Spiegel vorhält, zum anderen aber den Horizont unendlich erweitert. Ein Lesestoff, der mich allerdings auch in meinen eigenen Erfahrungen und Schlüssen bestärkt, an unserem kreativen Netzwerk »die gebrauchsgrafiker« weiter zu feilen. Das macht Spaß.

Vermutlich lesen Auftraggeber gern eher zahlen- und formelgespickte Marketingfachbücher. Hier sei aber einmal mehr der im Buch oft angewandte Paradigmenwechsel empfohlen: Liebe Auftraggeber und auch Unternehmensgründer lest dieses Buch, um zu erfahren, welchen Anteil ihr selbst an den kreativen Lösungen haben könnt, bzw. wie wichtig das Zusammenwirken aller Kräfte ist. Ihr werdet sehen, es macht mehr Spaß und führt zu besseren Lösungen.

Dgg Clou in

clou | mario pricken | foto | oliver schuh

Wer die Bücher aus dem Verlag Hermann Schmidt Mainz kennt und zu schätzen weiß, wird ahnen, daß keine Wünsche offen bleiben, was die Gestaltung, den Satz, Litho, Papier und buchbinderische Verarbeitung anbelangt. Allerbest.

Clou
von Mario Pricken

Design: Christine Klell
Verlag: Hermann Schmidt Mainz
Erschienen: 2009
Hardcover
312 Seiten
€ 49,80

 in

»Kleine Viralkampagne für 5 €«

NutzenNetzwerk aktivieren: Freunde, Kunden und Kontakte

Die Sache ist geritzt: Sie erstehen für 5 € eine Coporate Flower im Topf und die gehen komplett an den Moebius Syndrom Deutschland e.V.. Das Spenden geht per Mausklick über deren Website und dauert noch nicht mal 7 Minuten. Sieben Minuten, in denen Sie dann garantiert keinen Unsinn anstellen. Danach schicken Sie uns eine Mail und teilen uns mit, dass Sie gespendet haben. Dann bekommen Sie von uns das Foto von Ihrem Topf. So einfach geht das.

Corporateflower Dieerste in

corporate flower | foto | oliver schuh

Die Geschichte ist hier noch nicht zu Ende. Diesen Topf Studentenblumen in der Hausfarbe »die gebrauchsgrafiker« werden wir mit Ihrem Logo schmücken, und wenn Sie Lust dazu haben, bringen wir für Sie noch einen kurzen Slogan Ihrer Wahl mit an. Das Ganze fotografieren wir für Sie und stellen das Foto in unseren Weblog www.corporateflower.de. Das können Sie natürlich auch tun und leisten damit einen Beitrag zur Bekanntheitssteigerung des Moebius Vereins, Ihrer Firma oder Ich-Marke. Win-win wie aus dem Lehrbuch.

Und die Geschichte ist immer noch nicht zu Ende. Der beste Slogan wird intern prämiert. Der Preis ist ein Blogbeitrag für Ihr Weblog, verfasst von Volker Remy. Thema: »Creative Business Development«.

Spenden. Dahinter steckt immer ein kluger Kopf.

Dieser Beitrag erscheint anlässlich einer Einladung von Kerstin Hoffmann auch in ihrer Blogparade mit dem Thema: »Diesseits der Trampelpfade – ungewöhnliche Werbe- und PR-Aktionen«

Ein Interview …

… im AGD Magazin ein|viertel 2010
Die Themen für die vierteljährlich erscheinenden Ausgaben des AGD Magazins »viertel« werden von der AGD Redaktion immer rechtzeitig bekanntgegeben, damit auch und gerade die Mitglieder Gelegenheit haben sich einzubringen. Das Topthema für das erste »viertel« diesen Jahres hieß »Publizieren«. Das fand ich interessant. Kaum zu Ende gedacht bat mich Christina Sahr, AGD Redakteurin um ein Interview.  Das nennt man Gedankenübertragung.

Ihre Fragen und meine Antworten darf ich hier mit freundlicher Genehmigung der AGD Redaktion veröffentlichen.
Der AGD Kollege Malte Christensen wurde auch befragt, die Antworten habe ich hier aber zunächst auskopiert, ähneln sich aber sehr.

Agdeinviertel2010 in

agd ein|viertel 2010 | titelgestaltung | markus büsges

Welt weites Wissen 2.0
Wissen und Meinungen frei im Netz zu verbreiten, ist heute so üblich, wie es noch vor ein paar Jahren nicht denkbar gewesen wäre. Oliver Schuh und Malte Christensen nutzen das Web 2.0 sehr aktiv, und wir haben ihnen Fragen zur Gegenwart, zur Zukunft und zu ihrem persönlichen Umgang mit dem Medium gestellt. Beide versicherten, die Antworten hätten Bände füllen können.

1.) Was denkst Du, welche Position Wikis und fachliche Foren im Vergleich zu Lexika und Fachzeitschriften haben? Und wie schätzt Du die zukünftige Entwicklung ein?
OS: Anfänglich habe ich Wikis und Fachforen mit Vorsicht genossen. Mittlerweile erscheinen mir die Wikis allerdings recht ordentlich gepflegt und recherchiert zu sein. Gerade am Arbeitsplatz sind Wikis ideal und eben auch kostenlos. Fachforen sind oft auch geprägt von gepflegtem Halbwissen, sie geben nicht immer die ultimative Lösung, aber Rat und zeigen Tendenzen oder Ansätze auf, die weiterentwickelt werden können. Wer sich bisher Lexika oder Fachbuch geleistet hat, wird dies auch weiterhin tun. Bei Fachzeitschriften, die oft auch marktorientiert sind, könnte das anders aussehen.

2.) Wie beurteilst Du Kommentar-Foren, wie man sie z.B. bei Online-Zeitungen und -Magazinen findet? Interessant, überflüssig, etwas ganz anderes?
OS: Das verfolge ich nicht wirklich intensiv. Wenn ich davon erfahre, dann durch Mund-zu-Mund-Propaganda, und dann sind es meist interessante und diskussionswürdige Ansätze. So funktioniert Social Media. Ich erhalte von affinen Menschen Hinweise auf gute Beiträge, z.B. via Twitter. Gewissermaßen gefilterte Schwarmintelligenz.

3.) Stellst Du selber Wissen ins Netz? In welcher Form, und was bedeutet das für Dich persönlich? Im Berufsalltag und im privaten Alltag?
OS: Ja, ich gebe mein Wissen ständig weiter. Im Kollegenkreis, aber auch dem Auftraggeber gegenüber. Es ginge gar nicht ohne.
Seit 2006 bin ich in der Business Community XING aktiv, teile und erhalte dort natürlich Wissen. Daraus ergeben sich Kontakte zu Kollegen und potenziellen Auftraggebern.
Hinzu kommt unser Weblog http://blog.diegebrauchsgrafiker.net, der zeigt, wie wir ticken. Das Verfassen von Beiträgen ist ein schönes Mittel zur Reflexion. Die Auseinandersetzung mit einem Thema in schriftlicher Form ist deutlich konzentrierter, als Parolen am Stammtisch. Am Ende hilft es aber auch, sattelfester in der eigenen Argumentation zu werden.

4.) Welche Erwartungshaltung hast Du an andere im Bezug auf das zur Verfügung stellen ihres Wissens? Was sollte ins Netz? Was darf nicht ins Netz? Wo ist Konfliktpotenzial.
OS: Zunächst einmal erwarte ich nichts. Wenn allerdings doch Kommentare kommen, erwarte ich schon einen respektvollen und möglichst fundierten Umgang. Und ich erwarte in Diskussionen Flexibilität, Offenheit für Positionsänderungen und keine Grabenkämpfe. Das Netz ist die ideale Möglichkeit für Kreative, sich zu äußern und damit seine Kompetenzen zu zeigen. Kreative haben hier die wunderbare Möglichkeit, ihre Auftraggeber zu differenzieren, zu filtern. Potenzielle Auftraggeber werden aufmerksam oder eben »abgeschreckt«. Anfragen kommen dann nur noch von denen, bei denen das Eis bereits gebrochen ist.
Diffamierungen, Diskriminierungen, Propaganda, Unwahrheiten, einseitig Internes oder Rosenkriege gehören selbstverständlich nicht ins Netz.

5.) Hast Du eine Vorstellung, wie unsere Informationswelt in zehn und in zwanzig Jahren aussehen wird?
OS: Zehn Jahre Entwicklung sind heutzutage ja schon eine irre Zeit. Zwanzig Jahre – gar nicht auszudenken. Ich denke in den nächsten Jahren werden immer mehr Verlage ihr Wissen kostenpflichtig ins Netz stellen. Um im Überangebot von Wissen, Halbwissen und Unwahrheiten den Durchblick zu behalten, werden sich neue Qualitätsstandards entwickeln (müssen). Auch im Journalismus. Sicher kostenpflichtig.
Politik und Wirtschaft müssen lernen, mit mitsprechenden Bürgern und Konsumenten zu kommunizieren.

6.) Noch etwas?
OS: Die bloße Publikation ist lange nicht mehr Garant für Qualitätsgehalt, Richtigkeit oder neue Erkenntnisse. (Siehe die inflationäre Flut von Marketing-Ratgebern) Das wird im Netz nicht besser werden. Allerdings bringt das Netz auch Menschen hervor, die Gutes und Richtiges zu sagen haben, die sonst nie erhört würden. Es gilt, diese Perlen zu entdecken.
Wie nach jeder Reizüberflutung sehnt sich der Mensch dann wieder nach Einfachheit. Schon jetzt ertappe ich mich dabei, wie ich mir dann ein schönes Buch schnappe und gemütlich vorm Kamin schmöker. ;-)

Die Interviews führte Christina Sahr

Xing Orange in

c. sahr | agd redaktion

Übrigens, die AGD »viertel« sind auch für Nichtmitglieder, Auftraggeber und Interessierte zu beziehen: AGD Shop

 in

erfolgreich vermarkten und verkaufen
»Experten-Rat und Best Practice – 39 Beiträge mit Beispielen und Checklisten«, heißt es auf dem Titel des eBooks, herausgegeben von Kerstin Hoffmann und Betreiberin des Weblogs PR Doktor. Das Kommunikationsblog. Und die gebrauchsgrafiker sind mit gleich zwei Beiträgen als Co-Autoren dabei. Die Leser unseres Blogs werden schon den Artikel von Frank Weissberg, den Mann für’s Marketing und Oliver Schuh, den Mann für die Creative Direction gelesen haben. Hier nun die Komplette Sammlung kompetenter Beiträge aus verschiedener Sicht zum freien Download:

Handbuch Kundennutzen-1-klein in

handbuch kundennutzen | herausgeberin | kerstin hoffmann

Wir freuen uns sehr, daß wir zu dieser Blogparade eingeladen wurden und unsere Beiträge Eingang in dieses interessante eBook gefunden haben.
Viel Spaß beim Lesen!

Das Lagerfeuer 2 …

… im Zeichen von Schinken
Nein, nein, kein Preisskat. Mit Schinken ist zum einen leckerer Serrano gemeint, den es neben der einen oder anderen Leckerei zu geniessen galt, aber es konnten eben auch einige Typografie-Schinken begutachtet und erschnüffelt werden. Das druckfrische »Retrofonts« von Verlag Hermann Schmidt roch einfach lecker. Was bestimmt auch an dem Chamonix Fond Druck lag. Das Lessebo Design Paper war den Machern zu weiß, die Haptik sollte es aber sein. Wahre Buchkunst eben. ;-)

Lagerfeuer 2 in

typografie schinken | foto | oliver schuh

Ich habe mich wieder sehr über tolle Gäste, allesamt Kreative aus verschiedenen Gewerken, freuen können, die keine Wege und Mühen gescheut haben an diesem kurzweiligen Abend teilzunehmen. Und was eigentlich mit dem Lagerfeuer war? Bekanntermaßen, haben wir ja schon beim ersten Lagerfeuer entschieden lieber vorm Kaminofen zu sitzen. Diesmal war aber auch das gar nicht notwendig. Denn es waren noch am Tage frühlingshafte 17°C. Und das Ende November.

Fazit war deshalb auch: Es muß ein echtes Lagerfeuer her. Und so werde ich in mich gehen und es halbjährlich stattfinden lassen. Im Mai/Juni wäre auch ein schönes Lagerfeuer im Garten angebracht. Wir werden sehen.

Spätestens bis dahin!

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