die gebrauchsgrafiker | der blog

»transparenz schafft akzeptanz«

… für Nachhaltigkeit im Design

Genau genommen, vollzog sich dieser Akt schon auf der BDG Präsidiumssitzung in Weimar, Ende 2015. Schließlich habe ich mich u.a. mit diesem Päckchen im Koffer auch zum BDG Präsidiumsmitglied wählen lassen. Also, mit einem ganz klaren Thema: Nachhaltigkeit im Design. Nun kommen die Weihen auch ganz analog, schwarz auf weiß und erinnern mich daran ein wenig Dampf zu machen.

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bdg berufung | foto | oliver schuh

So hat sich denn auch auf der letzten BDG Präsidiumssitzung in Hamburg ein Arbeitskreis aus den Präsidiumskolleginnen Leonie Altendorf (Wuppertal), Janina Lermer (München) und meiner Wenigkeit (Hamburg) gebildet. Schnell wird klar, die Position des Verbandes zum Thema Nachhaltigkeit zu erarbeiten ist so einfach, wie komplex. Wie man an meiner These »Gutes Design ist nachhaltig« aus dem Jahre 2011 ablesen kann. Ich bin sehr zuversichtlich, daß wir in diesem Team einen guten Beitrag erarbeiten und leisten werden.

Ich bin sehr gespannt auf die Zusammenarbeit und bedanke mich für das Vertrauen insbesondere bei Dorothea Schwabe, Leiterin des Referats Design, die mich schließlich berufen hat.

Das Bestiarium

Schubladendenken vom Feinsten

Kaum hatte ich meinen letzten Beitrag für ein sinnvolles und entspanntes Schubladendenken verfasst, kam mir das kleine, aber feine Büchlein »Das Bestiarium« von Jakob Maser in die Finger. Und nein, ich bin weder Ghostwriter noch Co-Autor dieses Werkes, wie man fast meinen könnte. Es ist der pure Zufall, daß dieses Buch auf geradezu wunderbare Weise meinen Blogbeitrag bestätigt. Einerseits. Und andererseits.

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das bestiarium | foto | oliver schuh

Die Kategorisierung von »Unternehmenstypen im Kommunikationsdesign« nach SWOT Analyse lies mich sofort Stift und Block zücken, um mich gegebenenfalls gleich selbst einsortieren zu können. Am Ende des Buches war allerdings auch wieder klar, so ganz ordentlich passe ich dann doch nicht in eine dieser Schubladen und spreche vermutlich denen aus der Seele, die sich eben nicht kategorisieren lassen wollen. Nach dieser Analyse wäre ich die »One-Man-Show« mit erstklassigem Netzwerk (www.diegebrauchsgrafiker.net) und Hang zur  jungdynamischen »Koryphäe«, irgendwo zwischen »Designbüro« und »kleiner Werbeagentur«. Eben ein ganz spezieller Generalist, wie ich mich selbst gern und selbstironisch bezeichne.

Das Buch, erschienen im Werkstoff Verlag, in Kooperation mit dem BDG Berufsverband der Deutschen Kommunikationsdesigner e. V., richtet sich an Auftraggeber und gibt einen nicht immer ganz bierernsten Überblick der Protagonisten im Kommunikationsdesign, der Stärken, Schwächen, Chancen und eben auch Risiken. Selbstverständlich ist da aus meiner Sicht noch Platz für die eine oder andere Schublade. Und der »Crowd-Sourcing-Plattform« hätte ich eben gerade nicht eine solche gegeben. Aber, unsere treuen Leser wissen spätestens seit der Remy’schen Wortschöpfung »Crowdsoßing« und meinem Blogbeitrag zum Thema, was von solchen wieselflinken Billigheimern zu erwarten ist. Im Buch munkelt man allerdings, es gäbe auch seriöse Anbieter.

Fehlen darf natürlich auch nicht die »eierlegende Wollmilchsau«. Und auch, wenn sie noch nie jemand zu Gesicht bekommen haben soll. Es gibt sie. Da bin ich mir ganz sicher. Spätestens nach dieser Lektüre, die – last, but not least – ganz, ganz wunderbar von Frank Hoppmann illustriert ist.

Das Bestiarium
Unternehmenstypen im Kommunikationsdesign
12 1/2 SWOT-Analysen

von Jakob Maser
illustriert von Frank Hoppmann

erschienen im Werkstoff Verlag, Münster, 2014
Hardcover
125 Seiten inkl. Glossar
ISBN 978-3-943513-02-8
€ 19,95 inkl. 7% MwSt.

Nachtrag: Obwohl sich dieses Büchlein an Auftraggeber richtet, macht es auch für Kommunikationsdesigner durchaus Sinn, sich dieser Lektüre hinzugeben, um mit einem lachendem und einem weinenden Auge zu realisieren, wie das Gegenüber einen eventuell einordnet. Oder, man findet noch die eine oder andere Stellschrauber sich eindeutiger zu positionieren. Ob das Werk schon für Jungspunde, wie sie im Buche stehen, wirklich Sinn macht, kann ich nicht mehr wirklich beurteilen. Viel Spaß!

Schubladen

es geht nicht ohne

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schubladen | foto | oliver schuh

Seit langem brennt mir ein ungeschriebener Beitrag auf der Seele. Immer wieder lege ich ihn gedanklich beiseite und werde dann doch überall an ihn erinnert. Erst kürzlich wieder in den »sozialen« Netzwerken, wenn es wiedereinmal um »die« Agenturen oder um »die« Designer ging. Ich weiß schon gar nicht mehr in welchem Zusammenhang ich mich erdreistete zu behaupten »Agenturen kochen auch bloß mit Wasser«, aber vermutlich liegt es schlicht daran, daß es den wieselflinken Kommentatoren nicht um die Kernaussage oder dem Kausalzusammenhang, sondern einzig um die ernüchternd diskussionstötende Feststellung ging: »es gibt nicht DIE Agenturen«. Jede sei anders und man können nicht alle in einen Topf schmeißen.

Doch.

Es geht gar nicht anders. Ob man will oder nicht. Unwillkürlich wird man in jeder Diskussion über eine größere Personengruppe, Branche, Neigung, Schicht, Geschlecht, Religion, Nationalität oder auch Markenfetisch, eine Kategorisierung vornehmen. Je größer die Gruppe oder der Abstand, desto pauschaler vermutlich die Einordnung. Natürlich gibt dies niemand gern zu. Wer möchte schon des Schubladendenkens bezichtigt werden?

Ich.

Es ist schlicht mein Job in Schubladen zu denken. Ich bin selbständiger Gebrauchsgrafiker. Da wähle ich nicht nur meine Auftraggeber nach bestimmten Kriterien aus, sondern es gehört schlicht zum Handwerkszeug die Empfänger meiner Arbeiten einzuordnen. Zielgruppenorientiert, wie es so schön heißt. Mehr noch, ich muß für Projekte mit mehreren Beteiligten nach unterschiedlichsten Kriterien auswählen, wer oder was zusammenpasst oder richtig ist für den jeweiligen Job, Auftraggeber oder Empfänger. Und auch wenn da in der Hauptsache das Bauchgefühl eine ganz große Rolle spielt, unwillkürlich, aber auch ganz bewußt, wird man im Sinne eines ordentlichen Ergebnisses in Kategorien denken.

Oh, da ist es schon wieder. Ich korrigiere im vorauseilendem Gehorsam: ICH denke im Sinne eines ordentlichen Ergebnisses in Kategorien. Und nein, es ist mir nicht egal, ob andere es auch so machen oder eben nicht. Ich wünschte mir, alle Kollegen und Kolleginnen könnte ich diesbezüglich in eine Schublade stecken, dann wären wir, was die Vermeidung von Streuverlusten angeht, einen deutlichen Schritt weiter. Natürlich weiß ich, daß auch in diesem positiven Fall, leider viel zu viele nicht richtig einsortiert wären. Im Klartext: Nicht jeder »Designer« schafft es in meine Schublade professioneller Kollegen und Kolleginnen, denen ich das zielgerichtete Denken und Handeln unterstelle. Das nenne ich positives Schubladendenken.

Streng genommen ist Schubladendenken bezogen auf die Konzeption auch ein Rollentausch. Ist die Zielgruppe (Schublade) definiert, schlüpft man – nein, ich – hinein und betrachte die Dinge aus eben dieser Warte.

Spezialisierung. Auch so ein Fächlein innerhalb des großen Designerbauchladens. Aber nur wer genauer hinschaut, näher rangeht und/oder vom Fach ist, wird die Unterschiede feststellen. Je weiter weg, desto unschärfer die Konturen oder gar Nuancen. Deshalb macht es auch überhaupt keinen Sinn, Aufträge auf Designplattformen auszuloben und alle mal machen zu lassen. Viel besser wäre eben näher ran zu gehen. Genau hinzuschauen. Herauszufinden, wer worfür am besten geeignet erscheint. Nie im Leben würde ich auf die Idee kommen wahllos einen Auftrag in den großen Pool kreativer Kollegen und Kolleginnen zu werfen. Damit werde ich niemandem gerecht. Weder den Mitstreitern, den Auftraggebern, den Empfängern oder der Sache.

Aber zurück zu den persönlichen Eitelkeiten. Genau. Eitelkeiten. Kürzlich las ich auf Design made in Germany den hervorragenden Artikel »Wir sind gestört. Zur Lage der Designer in Deutschland.« von Christian Büning, damals noch Präsident, jetzt Vize des BDG – Berufsverband der Deutschen Kommunikationsdesigner e.V.. Darin hat er, wie ich finde, trefflich das Selbstbild und die sich wandelnden Umstände aller Designer Deutschlands umschrieben. Zack.

Geht ja man gaaaaar nicht.

Kaum gepostet, kritisiert und kommentiert Delia Valentina Fröhlich – Kommunikationsdesign-Absolventin der HTW Berlin – an ganz anderer Stelle den Artikel von Christian Büning und ist ganz vehement und offenbar gar nicht einverstanden mit dem Schubladendenken des Autors. Dieser, wie ich aus eigener positiver Erfahrung weiß, sehr gesprächsbereite Vertreter unserer Zunft, läßt sich nicht lumpen und lädt die streitbare Delia Valentina Fröhlich zu einem Gastbeitrag auf den BDG eigenen Blog ein. Und so tat sie es auch: »Wir Designer. Gastbeitrag von Delia Valentina Fröhlich.« Aus der ursprünglichen Kritik ist dann eher eine Ergänzung geworden.

Selbstverständlich ist Kritik legitim und jeder kann es alles natürlich ganz anders sehen. Mein erster, aber auch letzter Impuls war allerdings: der Gastbeitrag unterstreicht geradezu, wie wichtig und richtig der offene, selbstkritische Blick und die Einordnung unserer Zunft durch Christian Büning war. Man mag vielleicht den einen oder anderen Halbsatz anders sehen, der Tenor ist aber richtig und beschreibt die Wandlung und die einhergehenden Zwiespältigkeiten heutiger Designer. Jung, wie älter.
Selten genug lese ich solch treffende Beschreibung von einem »Funktionär« (in des Wortes positivster Bedeutung). Und wie sollte man wohl einen Berufsverband im Sinne seiner Mitglieder – in diesem Falle eben Kommunikationsdesigner – lenken, wenn man nicht die einenden Eigenschaften oder Schnittmengen kennt oder benennen darf? Dies ist augenscheinlich wohl kaum möglich.

Allen, die es anders sehen, gebe ich den Tipp, mal eine zeitlang ohne ihren »Titel« Kommunikationsdesigner, meist gekürzt auf Designer, auf dem Markt der Eitelkeiten zu wandeln. Vermutlich ist es eine zeitlang ganz sexy und geheimnisvoll nicht eingeordnet werden zu können. Spätestens wenn die Aufträge mangels Positionierung ausbleiben, wird man dann wohl aber doch gewahr, daß Auftraggeber – ganz nachvollziehbar – gern die richtigen Schubladen ziehen, um sich bestimmten Dienstleistern anzuvertrauen.

Vielleicht erzähle ich beim nächsten Mal dann, warum es vermutlich lange vor Erfindung der Schublade wichtig war, in Kategorien zu unterscheiden.
Und wenn Ihr mögt, sortiert mich.
 in Schubladen

6. Media Mundo Kongress 2015

Media Mundo Banner 2015-e1445338474381 in 6. Media Mundo Kongress 2015

6. Media Mundo Kongress 2015

Am 11. November erwartet die Besucher des 6. Media Mundo Kongresses 2015 wieder eine illustre Auswahl an Rednern und Vordenkern.
Und am Vorabend kann man sich schon in geselliger Runde warmdenken und -diskutieren.

WUT allein reicht nicht!
Betitelt der Autor, Schauspieler und Umweltaktivist Hannes Jaenicke seinen halbstündigen Beitrag und ist damit vermutlich in diesem Jahr der bekannteste Redner.

Ich bin wieder sehr gespannt auf die Denkanstösse, Diskussionen, Sichtweisen und Ergebnisse.
Und ich arbeite immer noch daran, auch die Kreative Zunft an die Gesprächstische dieser Brancheninitiative des f:mp. (Fachverband Medienproduktioner) zu bekommen. Immerhin, der BDG (Berufsverband der Kommunikationsdesigner) ist bereits Verbandspartner. Und wer weiß? Vielleicht bekommen wir dann im nächsten Jahr einen möglichen neuen, fusionierten Dachverband aus Deutscher Designertag und iDD mit gebündeltem Wirkungsgrad an den Tisch.

Besonderes Bonbon:
– alle f:mp.-Mitglieder können den Kongress kostenfrei besuchen
– alle ehemaligen Media-Mundo-Kongressteilnehmer können den Kongress kostenfrei besuchen und
– alle BDG Mitglieder erhalten Sonderkonditionen
Und wer ganz lieb ist, erhält von mir ein kostenloses VIP Ticket für den 11. November!

Alle weiteren Details gibt es hier: http://www.mediamundo.biz/kongress/kongress2015

»Digital! Digital!«

Entscheidend ist auf dem Platz

Während andere noch virtuell schwadronieren was hätte, könnte oder sollte alles sein, stürmen wieselflinke Gebrauchsgrafiker über’s graue Grün.

Alle Welt schreit nach der digitalen Wollmilchsau, dem glückbringenden Allheilmittel per Klick. Digital Goldrush könnte man sagen. Dabei müssten doch alle noch die New Economy Blase im Gedächtnis haben. Der Schrei nach Informatik als Unterrichtsfach ab Klasse 5 wird immer lauter – vermutlich von Leuten, die gar keine Kinder haben oder wenigstens nicht an der Erziehung beteiligt sind, weil sie in ihrer digitalen Blubberblasenwelt Dinge sehen, die gar nicht existieren. Menschen hören auf fremdgesteuerte Fitnessdigtatur statt der inneren Uhr zu lauschen. Schöne digitale Welt.

Wir sind da sehr bodenständig und finden die Fragen und Antworten auf dem Platz.

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U12 | foto | rainer lissakowski

 »die gebrauchsgrafiker« engagieren sich ganz analog mit harter Währung, körperlichen Einsatz und an der frischen Luft.

 

 

5. Media Mundo Kongress für nachhaltige Medienproduktion – rethink sustainability

Nach der Pause im letzten Jahr, war der diesjährige 5. Media Mundo Kongress am 18. November ein voller Erfolg. Kleiner, aber feiner, könnte man sagen. Hier kam zusammen, was in der nachhaltigen Medienproduktion zusammengehört. Auftraggeber, Kreative, Konzeptioner, Produktioner, Druckdienstleister, Papierhersteller und – nicht zu vergessen – Querdenker, Weiterdenker, Vordenker aus Wissenschaft und Wirtschaft.

Alle Media Mundo 2014 Vorträge jetzt auch als Video-Stream

Für mich persönlich das Highlight: Die Expertenrunde am Vorabend, also dem 17. November. Quasi ein kulinarisches Warm-Up. Chef-Organisator Rüdiger Maaß (f:mp.) und die Referenten Alexander Rossner (zunkunftswerk), Dr. Achim Schorb (ifeu-Institut) und Dr. Daniel Dahm (Club of Rome), haben sich jeweils mit Impulsen oder Thesen an die bunt zusammengewürfelten Tische gesetzt und entsprechende Diskussionsrunden im Wechsel angeschoben. Auf diese Weise konnten sich alle Gäste – im wahrsten Sinne des Wortes – auf Augenhöhe beteiligen und kennenlernen. Kein Frontalvortrag mit künstlicher Distanz, sondern gleich mittendrin und dabei. Wunderbar.

Genau mein Ding. Nicht das Kochen im eigenen Saft, sondern der Austausch aller Gewerke bringt uns weiter. Ich finde, dies ist mit diesem Get-Together hervorragend gelungen. Und so empfand ich die Vorträge am eigentlichen Kongresstag gleich viel anschaulicher, intensiver, weil von mehreren Seiten beleuchtet. Zu den bereits genannten Referenten kamen noch eine ganze Reihe weiterer Vortragende hinzu, die von neuen (alternativen) Geschäftsmodellen, Zertifizierungsabläufen, wissenschaftlichen Erkenntnissen, aber eben auch von Selbstverständlichkeiten sprachen.

Und während ich noch am Vorabend teils ungläubig angeschaut wurde, wenn ich behauptete, Nachhaltigkeit sei kein Alleinstellungsmerkmal, sondern Selbstverständlichkeit, konnte ich in den Vorträgen doch eine deutliche Veränderung, hin zu eben dieser Selbstverständlichkeit spüren. Besonders deutlich wurde dies beim Vortrag von Roland Makulla (oeding print gmbh), der da sinngemäß resümierte: »Wir drucken einfach nur noch grün, ob der Kunde will oder nicht.« – Bravo!

»Nachhaltigkeit ist ein Qualitätsmerkmal« Dieses Fazit ließ sich zum Schluß der Veranstaltung heraushören. Und Dr. Daniel Dahm (Club of Rome) nahm mir zum Finale meine Worte aus dem Mund: »Gutes Design ist nachhaltig.« Ob er meinen damaligen Vortrag mit eben diesem Titel gesehen hat ist zweitrangig. Wichtig ist die Erkenntnis und die Verbreitung.

Zusammenfassend für mich die drei wichtigsten Erkenntnisse des 5. Media Mundo Kongresses:

1. Austausch auf Augenhöhe, aller am Prozess Beteiligten

2. Nachhaltigkeit ist ein Qualitätsmerkmal

3. Nachhaltigkeit muß selbstverständlich sein/werden

In diesem Sinne, arbeite ich auch weiterhin als Media Mundo Beirat daran, auch die Kreativen noch näher an diesen wichtigen Wissenstransfer heranzuführen, besser noch, zu beteiligen.
Ich bedanke mich bei allen Beteiligten für ihre Offenheit und bei Rüdiger Maaß und seinem Team für die hervorragende Organisation und Auswahl der starken Referenten.

Und im nächsten Jahr sind dann auch die Designer vom BDG – Berufsverband der Kommunikationsdesigner – dabei.

 in Nachhaltigkeit auf Augenhöhe

LUST und LAST

Die zwei Seiten des Designerlebens auf dem 4. iDD Kongress im Zollverein Essen

»Ich liebe den Zweitnutzen« höre ich mich gerade in meinem Pecha-Kucha Vortrag sagen. Und so war es denn auch. Am Vortag angereist, habe ich die Einladung des BDG Präsidiums wahrgenommen, dem öffentlichen Teil der Präsidiumssitzung und den anschließenden, gemütlichen Gesprächen beizuwohnen.

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idd speaker | foto | oliver schuh

So inspiriert ließ es sich dann am nächsten Tag auf dem 4. iDD Kongress sofort sehr familiär angehen. Erstklassig organisiert und in einer tollen Location – dem Zollverein Essen, hervorragendem Catering und Service, vor allem aber auch mit interessanten Menschen vor und hinter dem Podest. Einzig am fehlenden Bier – nach meiner letzten Folie meines Pecha-Kucha Vortrages – könnte man noch arbeiten. Aber auch dieses einzige »Mängelchen« war wie weggewischt, als die bildhübsche Servicekraft sich für den bierlosen Kongress entschuldigte und mir schlagartig klar war, daß ich wenigstens eine Zuhörerin hatte, die mir bis zur letzten Folie folgte. Schön war auch, daß es nicht dabei blieb und noch eine ganze Reihe toller Feedbacks kamen, die mich immer noch schamviolett wandeln lassen. Ganz offenbar habe ich mit meinem Vortrag »Nein, danke.« offene Türen eingerannt. Das freut mich sehr. Und es hat mir verdammt viel Spaß gemacht, auch wenn ich nicht mehr sicher weiß was oder ob ich alles gesagt habe. ;-)

Nachhaltigkeit in der Kommunikation fängt beim Konzept an

Deshalb bin ich unbedingt der Ansicht, dass dieser Kongress auch für Kreative interessant ist, um den Wissenstransfer zwischen den Gewerken zu fördern. Es gibt Sonderkonditionen u.a. für BDG-Mitglieder und der Frühbucherrabatt gilt noch bis zum 20.September!

Media-Mundo-Liquid Datum Web-e1410778114370 in rethink sustainability – 5. Media Mundo-Kongress

5. Media Mundo-Kongress

In der Pressemitteilung vom 12. September 2014 heißt es: rethink sustainability

Der 5. Media Mundo-Kongress für nachhaltige Medienproduktion gibt unter dem Titel „rethink sustainability“ handfeste ökonomische Impulse für ökologische und soziale Handlungsweisen.
Die dritte wichtige Säule der Nachhaltigkeit ist die Ökonomie. Trotzdem wird dieser Faktor in den Diskussionen um nachhaltige Handlungsweisen oft übersehen und regelmäßig vernachlässigt. Es geht in dieser Frage nicht darum, wie man soziale Arbeitsbedingungen oder grüne Herstellungsverfahren günstig finanziert. Nachhaltigkeit bedeutet auch wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit. Nur auf diese Weise können innovative Produkte und Produktionen den Anspruch erfüllen, eine dauerhaft zukunftsfähige Entwicklung der ökonomischen, ökologischen und sozialen Dimension menschlicher Existenz sicherzustellen, wie sie die Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages „Schutz des Menschen und der Umwelt“ fordert.

„Angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage der letzten Jahre, welche auch die Druck- und Medienindustrie hart getroffen hat, stellt sich die Frage nach der Motivation. Die Ökonomie ist eine entscheidende Triebfeder für nachhaltige Medienproduktion und Basis für die Wettbewerbsfähigkeit“, erklärt Rüdiger Maaß, Geschäftsführer des Fachverbands Medienproduktioner e.V. (f:mp.).

Der 5. Media Mundo-Kongress beschäftigt sich deshalb mit den relevanten Faktoren, um nachhaltig Zukunftsmodelle zu sichern und auszubauen. Die Einflüsse der Prozessoptimierung, die energieeffiziente Wirtschaftsweise oder die Standardisierung von Prozessen sind ökonomisch sinnvoll und erfüllen gleichzeitig ökologische und soziale Anforderungen. „Wir wollen wissen, wo die guten Vorbilder in der Druckindustrie und in der Medienproduktion sind, die Vordenker, an denen wir uns orientieren können. Und wir wollen wissen, was wir tun müssen, um von ihnen zu lernen“, so Rüdiger Maaß.

Der Fachkongress, eine Initiative des f:mp., findet am 17. und 18. November 2014 in Düsseldorf, im idyllischen Rheinhotel Vier Jahreszeiten, statt. Am 17. November gibt es eine Diskussions- und Expertenrunde. Hier werden die wichtigsten Kongressthemen im Rahmen eines Impulsvortrags vorgestellt und anschließend kritisch diskutiert. Am 18. November stellen Experten aus Wissenschaft, Umweltverbänden und Industrie in vielen hochinformativen Vorträgen mögliche Szenarien der nahen Zukunft sowie probate Lösungsansätze aus der Praxis vor.

Unterstützt wird der 5. Media Mundo-Kongress von der drupa, von einigen NGO-Partnern, Industrie- und Medienpartnern.
Ausführliche Informationen zum Media Mundo-Kongress, den Themen und Inhalten finden Sie unter: http://www.mediamundo.biz/kongress/kongress2014

*****

Als Media Mundo Beirat freue ich mich auf regen Austausch!
Oliver Schuh | die gebrauchsgrafiker

Letterpress im FEDRIGONI Showroom …

… da lacht das Gebrauchsgrafikerherz

Es ist immer ein sehr schönes Erlebnis zu einer der ausgesuchten Veranstaltungen in den FEDRIGONI Showroom Hamburg eingeladen zu werden. Optisch, haptisch, kulinarisch und auch menschlich. Und ja, es war mir wieder eine Ehre. Zum einen, weil solche Events naturgemäß nur im kleineren Rahmen stattfinden können, aber zum anderen auch, weil man sehr bewußt zu ganz bestimmten Themen eingeladen wird, die einen wirklich interessieren und zu denen man auch beitragen kann. Eine wunderbare Wertschätzung.

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letterpress | foto | oliver schuh

Letterpress! Der Videovortrag mit vielen Exponaten zum Anfassen von Gerrit Baumann und seinem Officina Polychroma in Hamburg, erinnert an die Zeiten, als ich noch mein Atelier neben einer Druckerei hatte und den Heidelberger Tiegel wie den Herzschlag eines Menschen stampfen hören und fühlen konnte. Das weckt Sehnsüchte nach detailverliebter, traditioneller Handwerkskunst und der Wertschätzung im Umgang mit Papier. Nicht palettenweise und auch nicht von der Rolle, sondern Bogen für Bogen – entschleunigt.

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oliver schuh (li.) beim haptischen genuß | foto | nadien seemann

Faszinierend aber auch, wie ein jahrhunderte altes Verfahren, nämlich der Buchdruck, eine gewisse Renaissance erlebt. Faszinierend erschreckend aber auch die Fragen aus dem Publikum zur Vermarktung und den Druckkapazitäten des vergleichweise langsamen Heidelberger Tiegels. Dass der Hochdruck an sich und bei den Agentur-Youngsters vermutlich bald sogar der Offset-Druck, nicht mehr zum Rüstzeug gehören, sondern einzig das WYSIWYG am Monitor zu zählen scheint, ist fast zu erahnen. Umso schöner, wenn es noch alte Haudegen gibt und ihnen durch FEDRIGONI eine Bühne gegeben wird. Wunderbar.

 

 in Letterpress im FEDRIGONI Showroom ...

Kreative fordern Designkammer

Designer fühlen sich nicht ernst genommen und sagen jetzt: Schluß mit lustig.

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kreative fordern designkammer | grafik | oliver schuh

Während es immer mal wieder vereinzelt Klagen von Mitgliedern anderer Berufsgruppen gegen die Zwangsmitgliedschaft in einer Kammer gibt, denken Kommunikationsdesigner und Gebrauchsgrafiker laut über die Bildung einer Designkammer nach. So auch am virtuellen »Lagerfeuer« in der XING Gruppe »die gebrauchsgrafiker«. Dort zermartern sich neben klugen Denkern der Designszene, der BDG Präsident Christian Büning und das ehemalige AGD Vorstandsmitglied Oliver Schuh, die Köpfe zum Ah und Weh der kreativen Zünfte. Dabei steht der Organisationsgrad der Gestalter auf dem Prüfstand. Die Größenordnungen der etablierten Berufsverbände erreicht da höchstens Taubenzüchterverbandsdimensionen und bildet damit nicht im entferntesten alle am Markt vegetierenden Designer ab. Christian Büning wirbt dabei unablässig für die Mitgliedschaft im Berufsverband, während Oliver Schuh seine Erfahrungen als Verbands- und Vorstandsmitglied bereits gemacht hat und zu dem Schluß kommt: man muß das wieselflinke Designerlein zu seinem Glück zwingen.

Für sich, für die Gesellschaft und für die Umwelt.

 

 

 in Kreative fordern Designkammer

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