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»transparenz schafft akzeptanz«

5. Media Mundo Kongress für nachhaltige Medienproduktion – rethink sustainability

Nach der Pause im letzten Jahr, war der diesjährige 5. Media Mundo Kongress am 18. November ein voller Erfolg. Kleiner, aber feiner, könnte man sagen. Hier kam zusammen, was in der nachhaltigen Medienproduktion zusammengehört. Auftraggeber, Kreative, Konzeptioner, Produktioner, Druckdienstleister, Papierhersteller und – nicht zu vergessen – Querdenker, Weiterdenker, Vordenker aus Wissenschaft und Wirtschaft.

Alle Media Mundo 2014 Vorträge jetzt auch als Video-Stream

Für mich persönlich das Highlight: Die Expertenrunde am Vorabend, also dem 17. November. Quasi ein kulinarisches Warm-Up. Chef-Organisator Rüdiger Maaß (f:mp.) und die Referenten Alexander Rossner (zunkunftswerk), Dr. Achim Schorb (ifeu-Institut) und Dr. Daniel Dahm (Club of Rome), haben sich jeweils mit Impulsen oder Thesen an die bunt zusammengewürfelten Tische gesetzt und entsprechende Diskussionsrunden im Wechsel angeschoben. Auf diese Weise konnten sich alle Gäste – im wahrsten Sinne des Wortes – auf Augenhöhe beteiligen und kennenlernen. Kein Frontalvortrag mit künstlicher Distanz, sondern gleich mittendrin und dabei. Wunderbar.

Genau mein Ding. Nicht das Kochen im eigenen Saft, sondern der Austausch aller Gewerke bringt uns weiter. Ich finde, dies ist mit diesem Get-Together hervorragend gelungen. Und so empfand ich die Vorträge am eigentlichen Kongresstag gleich viel anschaulicher, intensiver, weil von mehreren Seiten beleuchtet. Zu den bereits genannten Referenten kamen noch eine ganze Reihe weiterer Vortragende hinzu, die von neuen (alternativen) Geschäftsmodellen, Zertifizierungsabläufen, wissenschaftlichen Erkenntnissen, aber eben auch von Selbstverständlichkeiten sprachen.

Und während ich noch am Vorabend teils ungläubig angeschaut wurde, wenn ich behauptete, Nachhaltigkeit sei kein Alleinstellungsmerkmal, sondern Selbstverständlichkeit, konnte ich in den Vorträgen doch eine deutliche Veränderung, hin zu eben dieser Selbstverständlichkeit spüren. Besonders deutlich wurde dies beim Vortrag von Roland Makulla (oeding print gmbh), der da sinngemäß resümierte: »Wir drucken einfach nur noch grün, ob der Kunde will oder nicht.« – Bravo!

»Nachhaltigkeit ist ein Qualitätsmerkmal« Dieses Fazit ließ sich zum Schluß der Veranstaltung heraushören. Und Dr. Daniel Dahm (Club of Rome) nahm mir zum Finale meine Worte aus dem Mund: »Gutes Design ist nachhaltig.« Ob er meinen damaligen Vortrag mit eben diesem Titel gesehen hat ist zweitrangig. Wichtig ist die Erkenntnis und die Verbreitung.

Zusammenfassend für mich die drei wichtigsten Erkenntnisse des 5. Media Mundo Kongresses:

1. Austausch auf Augenhöhe, aller am Prozess Beteiligten

2. Nachhaltigkeit ist ein Qualitätsmerkmal

3. Nachhaltigkeit muß selbstverständlich sein/werden

In diesem Sinne, arbeite ich auch weiterhin als Media Mundo Beirat daran, auch die Kreativen noch näher an diesen wichtigen Wissenstransfer heranzuführen, besser noch, zu beteiligen.
Ich bedanke mich bei allen Beteiligten für ihre Offenheit und bei Rüdiger Maaß und seinem Team für die hervorragende Organisation und Auswahl der starken Referenten.

Und im nächsten Jahr sind dann auch die Designer vom BDG – Berufsverband der Kommunikationsdesigner – dabei.

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LUST und LAST

Die zwei Seiten des Designerlebens auf dem 4. iDD Kongress im Zollverein Essen

»Ich liebe den Zweitnutzen« höre ich mich gerade in meinem Pecha-Kucha Vortrag sagen. Und so war es denn auch. Am Vortag angereist, habe ich die Einladung des BDG Präsidiums wahrgenommen, dem öffentlichen Teil der Präsidiumssitzung und den anschließenden, gemütlichen Gesprächen beizuwohnen.

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idd speaker | foto | oliver schuh

So inspiriert ließ es sich dann am nächsten Tag auf dem 4. iDD Kongress sofort sehr familiär angehen. Erstklassig organisiert und in einer tollen Location – dem Zollverein Essen, hervorragendem Catering und Service, vor allem aber auch mit interessanten Menschen vor und hinter dem Podest. Einzig am fehlenden Bier – nach meiner letzten Folie meines Pecha-Kucha Vortrages – könnte man noch arbeiten. Aber auch dieses einzige »Mängelchen« war wie weggewischt, als die bildhübsche Servicekraft sich für den bierlosen Kongress entschuldigte und mir schlagartig klar war, daß ich wenigstens eine Zuhörerin hatte, die mir bis zur letzten Folie folgte. Schön war auch, daß es nicht dabei blieb und noch eine ganze Reihe toller Feedbacks kamen, die mich immer noch schamviolett wandeln lassen. Ganz offenbar habe ich mit meinem Vortrag »Nein, danke.« offene Türen eingerannt. Das freut mich sehr. Und es hat mir verdammt viel Spaß gemacht, auch wenn ich nicht mehr sicher weiß was oder ob ich alles gesagt habe. ;-)

Letterpress im FEDRIGONI Showroom …

… da lacht das Gebrauchsgrafikerherz

Es ist immer ein sehr schönes Erlebnis zu einer der ausgesuchten Veranstaltungen in den FEDRIGONI Showroom Hamburg eingeladen zu werden. Optisch, haptisch, kulinarisch und auch menschlich. Und ja, es war mir wieder eine Ehre. Zum einen, weil solche Events naturgemäß nur im kleineren Rahmen stattfinden können, aber zum anderen auch, weil man sehr bewußt zu ganz bestimmten Themen eingeladen wird, die einen wirklich interessieren und zu denen man auch beitragen kann. Eine wunderbare Wertschätzung.

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letterpress | foto | oliver schuh

Letterpress! Der Videovortrag mit vielen Exponaten zum Anfassen von Gerrit Baumann und seinem Officina Polychroma in Hamburg, erinnert an die Zeiten, als ich noch mein Atelier neben einer Druckerei hatte und den Heidelberger Tiegel wie den Herzschlag eines Menschen stampfen hören und fühlen konnte. Das weckt Sehnsüchte nach detailverliebter, traditioneller Handwerkskunst und der Wertschätzung im Umgang mit Papier. Nicht palettenweise und auch nicht von der Rolle, sondern Bogen für Bogen – entschleunigt.

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oliver schuh (li.) beim haptischen genuß | foto | nadien seemann

Faszinierend aber auch, wie ein jahrhunderte altes Verfahren, nämlich der Buchdruck, eine gewisse Renaissance erlebt. Faszinierend erschreckend aber auch die Fragen aus dem Publikum zur Vermarktung und den Druckkapazitäten des vergleichweise langsamen Heidelberger Tiegels. Dass der Hochdruck an sich und bei den Agentur-Youngsters vermutlich bald sogar der Offset-Druck, nicht mehr zum Rüstzeug gehören, sondern einzig das WYSIWYG am Monitor zu zählen scheint, ist fast zu erahnen. Umso schöner, wenn es noch alte Haudegen gibt und ihnen durch FEDRIGONI eine Bühne gegeben wird. Wunderbar.

 

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Vom 4. Mai bis einschließlich 16. Mai, jeweils von 11 bis 14:00, live Vorträge von rund 50 Sprechern zur Media Mundo Sonderschau Nachhaltigkeit auf der drupa 2012.

An @media_mundo können und sollen gern live, via Twitter, Fragen an die jeweils aktuellen Referenten gestellt werden.

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Da die Sonderschau Nachhaltigkeit beendet ist, sind auch die Live Speeches geschlossen. Sämtliche Vorträge sind allerdings auf www.mediamundo.biz/tv nachzuverfolgen. Dort sogar in höherer Auflösung. Meinen eigenen Vortrag »GUTES DESIGN IST NACHHALTIG« habe ich nun anstelle der Live Speeches platziert. Schade dabei ist, daß sowohl das Intro der Moderatoren, als auch die Fragen aus dem Auditorium und den Weiten des Internets weggeschnitten wurden. Vielleicht bekomme ich aber noch die Long Version. ;-)

Selbstverständlich nehme ich auch jetzt noch Fragen entgegen.

Media Mundo 2012 – Nachlese

Re-Evolution NOW! Oder bleibt doch wieder alles beim alten?
Der Media Mundo Kongress 2012 hat noch mal einen ordentlichen Schub bekommen. Zumindest in Sachen professioneller Organisation, Präsentation- und Aufnahmetechnik. Auch die Mischung der ReferentInnen war bestens gewählt. Von Best Practise, über bodenständigem Ist-Zustand, visionärem Halt-Stop, bis zum Hoppla-jetzt-komm-ich, war alles vertreten. Sicher, hier und da überwog vielleicht das werbliche Eigenlob einiger Referenten, aber im großen und ganzen hat man einen guten Eindruck von dem bekommen was ist und was sein könnte.

Während allerdings als Fazit des Media Mundo Kongresses in 2011, die einhellige Meinung stand, nur die Reduktion könne uns aus unserer ökologischen Sackgasse befreien – und mit Reduktion ist nicht nur die Begrenzung der Emissionen, sondern eben die Minimierung der industriellen Produktion an sich gemeint – scheint diese Notwendigkeit in diesem Jahr verdrängt worden zu sein. Reduktion kam für mich als Kernbotschaft nur vereinzelt an. Eher ein: »Jetzt drucken wir alles in grün«. Im Grunde hätten wir uns diese Vorträge sparen können. Im Grunde hätten wir nur einen einzigen Vortrag gebraucht. Und zwar den allerersten, von Prof. Dr. Niko Paech, Lehrstuhl für Produktion und Umwelt (PUM) an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Seine Gedankengänge sind wirklich revolutionär.

Umso froher war ich auch, daß ich damit für meinen Kurzvortrag eine gelunge Steilvorlage erhielt, die ich dann noch mal ganz am Ende der Veranstaltung verwandeln konnte. Zumindest habe ich das so empfunden. Denn als Vertreter der kreativen Zunft, als Vorstandsmitglied der Allianz deutscher Designer, AGD und Media Mundo Beirat, waren auch meine Gedanken gefragt. Und die, so vermute ich, werden wohl nicht jedem geschmeckt haben. Für Ringelpietz mit Anfassen haben wir allerdings keine Zeit mehr.

Eine gelungene Auftaktveranstaltung, ein sogenannter Navigationskongress zur drupa 2012. Dort wird sich Media Mundo mit all seinen Partnern im Auftrage der drupa, mit eigenem 250 qm Messestand (Halle 9 Stand E55) als »Sonderschau Nachhaltigkeit, vom 3. bis 16. Mai präsentieren und diskutieren. Und die AGD ist auch dabei. Am 12. und 13. Mai im Cluster »Nachhaltige Gestaltung«.

Meinen Vortrag stelle ich anbei, allerdings mit dem Hinweis, daß dieser nicht ausformuliert ist und ohne erklärende Worte, dem einen oder der anderen der tiefere Sinn vielleicht verborgen bleibt. Sehen Sie aber selbst.

Mediamundo Vortrag Oliverschuh in

media mundo | vortrag | oliver schuh | agd

Ich wäre sehr verbunden, sofern sich auf meinenVortrag bezogen oder daraus zitiert wird, darüber Meldung zu erhalten. Gern stehe ich auch hier für Fragen zur Verfügung.

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