die gebrauchsgrafiker | der blog

»transparenz schafft akzeptanz«

50 Euro Seminargutschein

Der Fachverband der Medienproduktioner (f:mp.) unterstützt »die gebrauchsgrafiker«

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f:mp. seminargutschein für »die gebrauchsgrafiker«

»die gebrauchsgrafiker« stehen auf echte Verbindungen. Und sie möchten alle am Kommunikationsprozess Beteiligten wieder an einen Tisch bekommen. Nur so kommt es zu gelungenen Kommunikationslösungen.

Der Fachverband der Medienproduktioner (f:mp.) versteht und unterstützt diese Haltung.
Ihr Geschäftsführer Rüdiger Maaß drückt es so aus:

“Kreative und Designer sind ein wesentlicher Bestandteil der Prozesskette für die Gestehung von Medien. Im Rahmen der Medienkonvergenz bekommt das Thema Netzwerken eine vollkommen neue Bedeutung. Alle maßgeblich beteiligten Personen sollten mehr Schulterschluss suchen um gegenseitig voneinander zu profitieren.
Insofern ist die Initiative »die gebrauchsgrafiker« von Oliver Schuh genau der richtige Weg.
Natürlich geht es nicht nur um Netzwerken, sondern auch um die Horizonterweiterung. Dabei spielt die Aus- und Weiterbildung eine wichtige Rolle. Aus diesem Grund unterstützen wir alle Teilnehmer der Initiative »die gebrauchsgrafiker« mit einem jährlichen Seminargutschein des f:mp. in Höhe von 50 Euro. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Oliver Schuh…”

Eine feine Sache, wie ich finde. Denn das Wissen um die Machbarkeit von Kommunikationslösungen und den reibungslosen Workflow dorthin, ist eine ganz große Stellschraube hin zu nachhaltigem Kommunikationsdesign. Für die Freunde unseres Kreativverbundes, die sich in der XING Gruppe »die gebrauchsgrafiker« sammeln, bedanke ich mich stellvertretend. Das Schöne, sollten sich Themen aus unserer Reihe ergeben, sind weiter Seminarformate denkbar. Wir arbeiten daran. ;-)

Zum freien Download: Font Calypso PF

und das »Making of Calypso PF« von Marjolein Koper und Joep Pohlen

Der helle Wahnsinn, wie ich finde. Mit welcher Akribie und mit welchem Enthusiasmus hier zu Werk gegangen wird. Wenn einem eine digitalisierte Schrift nicht gefällt, dann digitalisiert man eben selbst. Muß sich wohl Joep Pohlen gesagt haben:

Und obendrein ist die Calypso Interpretation, die auf der Calypso von Roger Excoffon basiert, frei erhältlich: Calypso PF

Aber Achtung! »Was nichts kostet, ist auch nichts!«, darf hier getrost vergessen werden.

»Coats of arms of the Book Trade«
Klein, fein und mit Liebe eingewickelt in Seidenpapier und Finnischer Papierkordel lag es seit Tagen vor mir. »Coats of arms of the Book Trade« von Joep Pohlen, Verlag Fontana, aus den Niederlanden. Voller Ehrfurcht habe ich mich tagelang nicht »getraut« dieses kleine, handsignierte und auf 250 Exemplare limitierte Werk zu öffnen. Bis ich die wirkliche Ruhe und das richtige Licht auf unserer Sonnenterrasse hatte, um mich mit allen Sinnen auf dieses Erlebnis einzulassen. Bis dahin war es pure Selbstgeisselung. Das Warten hat sich gelohnt. Die Bilder können nur erahnen lassen, was ich da für ein Schmuckstück in Händen und Ehren halte.

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coats of arms | letterfontäne | foto | oliver schuh

Zum Größenvergleich daneben ein Rezensionsexemplar der neuen stark erweiterten Ausgabe von »Letterfontäne – die Anatomie der Schrift«, ebenfalls aus der Feder von Joep Pohlen. Dazu später mehr.

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coats of arms 1 | foto | oliver schuh

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Bewußt verzichte ich noch auf eine weitere Beschreibung dieses kleinen Schätzchens und lasse so gut es geht, die Fotos wirken. Mit KLICK auf das jeweilige Bild, erhält man eine größeere Ansicht. Später aber mehr dazu. Jetzt erstmal weiterfreuen.

»Coats of arms of the Book Trade«
von Joep Pohlen
Verlag Fontana, Niederlande
150 x 108 mm, 16 Seiten, 6 eingesteckte Karten
auf 250 Exemplare limitiert, nummeriert, handsigniert
ISBN 978-90-75084-00-9
Preis: € 24,00 zuzüglich Versand

Nun hatte ich gerade die Idee das Auswickeln dieses feinen Büchleins noch mal zu filmen und entdecke den Meister selbst:

Fundstück aus 2003 …

… aktueller denn je

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portfolio 2003 | foto | oliver schuh

Kürzlich stieß ich beim Durchstöbern von Arbeitsbeispielen, Scribbles und Printmustern, Reinzeichnungen und Montagen, Andrucken und Proofs aus 25 Jahren Selbständigkeit, auf ein Portfolio aus dem Jahre 2003. Einerseits kommen da verschämte Gefühle auf, ob der Dinge die man da verzapft hat. Andererseits ist man auch wieder ein wenig stolz darauf, was man eben schon alles mit den damaligen Mitteln fabriziert hat. Besonders erstaunt war ich aber über das Intro, welches heute noch, nach zehn Jahren mindestens genauso gilt:

»Am Anfang wurde noch in Stein gehauen, geritzt oder gepinselt…
Heute ist fast alles denkbar, kaum ein Material, welches nicht bedruckbar wäre. Ist doch die Inkjet-Torte der große Renner aus dem gelobten Land.
Das Motto scheint zu sein, je mehr Farbe desto besser. Und schnell, Hauptsache schnell muß alles sein. Tatsächlich sind die Produktionsabläufe und -maschinen rasant.
Aber mal ehrlich, wirklich schneller ist die Gesamtproduktion nicht geworden. Denn die Menschen, die Entscheider, sind an Ihre Grenzen angelangt. Und das Endprodukt? Ist es wirklich besser geworden?

Eines hatten die Techniken von damals voraus. Sie waren „aufwändig“. Im wahrsten Sinne des Wortes. Und der Gestalter hat sich daher schon im Vorwege viel intensiver mit den Inhalten und deren Komposition auseinandergesetzt. Dort möchten wir wieder hin. Nicht schnell, schnell, sondern Identifizierung mit dem Kunden und seinem Produkt und das in einem vernünftigen Preis-Leistungsverhältnis.«

Kurios ist, daß ich genau diese Thematik der Wertschätzung von Inhalt gerade in letzter Zeit wieder in Beiträgen und Vorträgen in den Vordergrund stelle. Diese Durchgängigkeit bestärkt mich in meiner Haltung.

der kreative Butterberg …

… oder die Fettecke der Kreativwirtschaft?

 

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der kreative butterberg | cartoon | oliver schuh

 

Seit einigen Jahren macht Politik eine Wachstumsbranche aus und nennt sie (Kultur- und) Kreativwirtschaft. Mit rund 137 Mrd. Umsatzvolumen in 2010 – laut »Monitoring zu ausgewählten wirtschaftlichen Eckdaten der Kultur- und Kreativwirtschaft 2010« der Bundesregierung – kann man das Potenzial auch kaum übersehen. Und auf den ersten Blick macht es fast ein wenig stolz zu den »nur« eine Million Menschen zu zählen, die diese Umsätze erzielt haben sollen. Die Dunkelziffer der Beteiligten dürfte dabei aber wesentlich höher liegen. All die Neffen, Nichten und Kukis und all diejenigen die unter einem Jahreseinkommen von weniger als 17.000 Euro liegen, werden meines Wissens nämlich nicht erfasst. Und das dürfte eine nicht ganz kleine kreative Ansammlung sein.

Nun erkennt die Politik also Potenzial und will fördern. Im allerersten Moment habe ich mich dabei erwischt zu fragen, warum man etwas fördern will, was aus sich selbst heraus offenbar eine Erfolgsgeschichte ist? Und im zweiten Moment fallen mir diverse staatliche Subventionsmodelle ein, die oft nicht das erzielt oder schlimmer noch, daß Gegenteil von dem bewirkt haben, was eigentlich erreicht werden sollte.

Erst neulich wurden in einer Plenarsitzung, in gemütlicher Runde die Anträge zur Förderung der Kreativwirtschaft von Regierungsparteien und Opposition diskutiert. Nach meinem Empfinden wurde recht deutlich, daß die Redner Ihrer Parteien eine jeweils recht unterschiedliche Auffassung davon hatten, was eigentlich in den sehr dehnbaren Oberbegriff Kreativwirtschaft gehört? Mal davon abgesehen, daß dieser Begriff unvollständig ist. Heißt doch der neuersonnene Wirtschaftssektor Kultur- und Kreativwirtschaft. Und laut Wiki gehören dann auch gleich elf Teilbereiche dort hinein: »Musikwirtschaft, Buchmarkt, Kunstmarkt, Filmwirtschaft, Rundfunkwirtschaft, Markt für darstellende Künste, Designwirtschaft, Architekturmarkt, Pressemarkt, Werbemarkt sowie Software/Games-Industrie.« Wohlgemerkt, es geht jeweils um die jeweiligen Märkte. Und so scheint es mir auch nicht weiter verwunderlich, daß die Regierungsparteien sich eher um die Förderung der Wirtschaft, als um die Förderung von Kultur und Kreativität kümmern möchten, während die Opposition sich mehr um das Auskommen, die Altersabsicherung und die urheberrechtlichen Belange der kulturellen und kreativen Akteure zu bemühen scheint. So mein Eindruck.

Für die Teildisziplin Designwirtschaft bleibt zu hoffen, daß Politik dem inflationären Run auf die hippen Berufe nicht noch mehr Vorschub leistet, denn schon jetzt gibt es einen kreativen Butterberg, der wächst und wächst.

Wer Spaß an den Reden zur (Kultur- und) Kreativwirtschaft hat, findet die Streams hier: Förderung der Kreativwirtschaft

Diese Frage schwebt über der kürzlich veröffentlichten Media Mundo Empfehlung für nachhaltiges Kommunikationsdesign

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wo muss design besser werden | oliver schuh

In der Presse Meldung heißt es:

Medienproduktion kann nur dann nachhaltig sein, wenn das zugrundeliegende Kommunikationsdesign von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt diesen Anspruch ebenfalls erfüllt. Damit fällt dem Design eine große und verantwortungsvolle Aufgabe zu.
Die 6. Media Mundo-Empfehlung gibt konkrete Handlungsempfehlungen für Auftraggeber, Designer, Konzeptioner und Medienproduktioner.

„Technisch ist die Makulatur heute fast auf Null zu fahren. Konzeptionell sind wir leider noch weit davon entfernt. Design kann und muss hier Verantwortung übernehmen.“, so Oliver Schuh, der als Mitglied im Media Mundo-Beirat maßgeblich für die Erarbeitung der Empfehlung verantwortlich zeichnet.

Die Empfehlung „Nachhaltiges Kommunikationsdesign“ beleuchtet die gesamte Wertschöpfungskette eines Designs und zeigt die wichtigsten Stellschrauben auf dem Weg zu einem wirklich guten und damit nachhaltigen Design. Dieser beginnt idealerweise bereits in der Konzeptionsphase und bezieht alle am Prozess Beteiligten mit ein. Die Empfehlung plädiert dafür, dass alle benötigten Kompetenzen frühzeitig in einen offenen, fairen Austausch miteinander treten, um so die notwendigen nachhaltigen Weichenstellungen zu treffen.
Die Empfehlungen können online abgerufen werden unter: Outlink in http://www.mediamundo.biz/beirat/empfehlungen

Marken ohne Logos

Eurokraten gibt es auch in Down Under

In einer kürzlich, bitter schmunzelnden Facebook Diskussion um die neuesten Eurokraten Ergüsse auf Spiegel Online (EU will Mentholzigaretten verbieten), kam quasi ein britisches Pfund auf den Tisch: Australien will laut Cigar Blog das sogenannte Plain Packaging umsetzen. Was so viel bedeutet, wie standartisierte Verpackungen, einheitliche Banderolen, einheitliche Schriften und Größen, plakative Warnhinweise, wie wir sie bereits von Zigarettenschachteln kennen UND es darf kein Markenlogo mehr Verwendung finden!

Das ist mal ein Pfund, oder?

Nun bin ich ja ein Verfechter der Maxime: der Inhalt muß halten, was die Verpackung verspricht, aber hier wird es doch ganz kurios. Das muß man erstmal sacken lassen.

Also liebe Leute, liebe Marketeers und liebe Designer. Das Verpackungsdesign, das Corporate Design, der ganze Markenauftritt überhaupt kommt künftig von Amtsschimmeln. Zumindest zunächst in Down Under bei den Zigarren.

Nun muß der Inhalt für sich sprechen. Hat ja auch was.

 

Heute mal ohne Foto. Wovon auch?

Media Mundo 2012 – Nachlese

Re-Evolution NOW! Oder bleibt doch wieder alles beim alten?
Der Media Mundo Kongress 2012 hat noch mal einen ordentlichen Schub bekommen. Zumindest in Sachen professioneller Organisation, Präsentation- und Aufnahmetechnik. Auch die Mischung der ReferentInnen war bestens gewählt. Von Best Practise, über bodenständigem Ist-Zustand, visionärem Halt-Stop, bis zum Hoppla-jetzt-komm-ich, war alles vertreten. Sicher, hier und da überwog vielleicht das werbliche Eigenlob einiger Referenten, aber im großen und ganzen hat man einen guten Eindruck von dem bekommen was ist und was sein könnte.

Während allerdings als Fazit des Media Mundo Kongresses in 2011, die einhellige Meinung stand, nur die Reduktion könne uns aus unserer ökologischen Sackgasse befreien – und mit Reduktion ist nicht nur die Begrenzung der Emissionen, sondern eben die Minimierung der industriellen Produktion an sich gemeint – scheint diese Notwendigkeit in diesem Jahr verdrängt worden zu sein. Reduktion kam für mich als Kernbotschaft nur vereinzelt an. Eher ein: »Jetzt drucken wir alles in grün«. Im Grunde hätten wir uns diese Vorträge sparen können. Im Grunde hätten wir nur einen einzigen Vortrag gebraucht. Und zwar den allerersten, von Prof. Dr. Niko Paech, Lehrstuhl für Produktion und Umwelt (PUM) an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Seine Gedankengänge sind wirklich revolutionär.

Umso froher war ich auch, daß ich damit für meinen Kurzvortrag eine gelunge Steilvorlage erhielt, die ich dann noch mal ganz am Ende der Veranstaltung verwandeln konnte. Zumindest habe ich das so empfunden. Denn als Vertreter der kreativen Zunft, als Vorstandsmitglied der Allianz deutscher Designer, AGD und Media Mundo Beirat, waren auch meine Gedanken gefragt. Und die, so vermute ich, werden wohl nicht jedem geschmeckt haben. Für Ringelpietz mit Anfassen haben wir allerdings keine Zeit mehr.

Eine gelungene Auftaktveranstaltung, ein sogenannter Navigationskongress zur drupa 2012. Dort wird sich Media Mundo mit all seinen Partnern im Auftrage der drupa, mit eigenem 250 qm Messestand (Halle 9 Stand E55) als »Sonderschau Nachhaltigkeit, vom 3. bis 16. Mai präsentieren und diskutieren. Und die AGD ist auch dabei. Am 12. und 13. Mai im Cluster »Nachhaltige Gestaltung«.

Meinen Vortrag stelle ich anbei, allerdings mit dem Hinweis, daß dieser nicht ausformuliert ist und ohne erklärende Worte, dem einen oder der anderen der tiefere Sinn vielleicht verborgen bleibt. Sehen Sie aber selbst.

Mediamundo Vortrag Oliverschuh in

media mundo | vortrag | oliver schuh | agd

Ich wäre sehr verbunden, sofern sich auf meinenVortrag bezogen oder daraus zitiert wird, darüber Meldung zu erhalten. Gern stehe ich auch hier für Fragen zur Verfügung.

4. Media Mundo Kongress

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… ist das Motto des diesjährigen 4. Media Mundo Kongress für nachhaltige Medienproduktion in Düsseldorf am 20. und 21. März.

Und ich bin auch dabei. In meiner Eigenschaft als AGD Vorstandsmitglied und Media Mundo Beirat werde ich zum Thema »Gutes Design ist nachhaltig« – einen Vorgeschmack gibt es ja bereits in unserem Blog – referieren.
Ich bin sehr gespannt auf die Beiträge der feinen Auswahl von ReferentInnen und der abschließenden »Fishbowl-Diskussion«:
Zitat: »Als Abschluss der diesjährigen Media Mundo werden wir das Kongressfazit im Rahmen eines Experiments ziehen. Bei der so genannten „Fishbowl-Methode“ diskutiert eine festgelegte Zahl von Teilnehmern exemplarisch im Zentrum des Auditoriums die Lehren und Auswirkungen von „Re-Evolution Now!“ der letzten zwei Tage, während die übrigen Anwesenden in einem Außenkreis das Gespräch beobachten. Möchte ein Teilnehmer aus dem Außenkreis zur Diskussion beitragen, kann er mit einem Mitglied des Innenkreises die Plätze tauschen.
So entsteht eine dynamische Situation, in die sich jeder einbringen kann und die einen Abgleich von unterschiedlichen Sichtweisen auf den 4. Media Mundo-Kongress ermöglicht.«

AGD Mitglieder können den Kongress zu ermäßigten Konditionen aktiv verfolgen. [Zur Anmeldung]

Hier ein Auszug aus der Media Mundo Pressemitteilung:
2011 war ein Jahr der Katastrophen – mit der höchsten Treibhausgasemission der Menschheitsgeschichte. Dazu kommen massive Überschwemmungen in Südostasien und Australien, verheerende Waldbände in Russland, Orkane in allen Teilen Amerikas und eine Dürrekatastrophe in Afrika – der Klimawandel ist in vollem Gange.

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Auch in Europa sind die Auswirkungen bereits spürbar, auch wenn diese in der öffentlichen Wahrnehmung noch nicht vollständig angekommen sind. Denn unsere Medien sind aktuell geprägt von Wirtschafts- und Finanznachrichten. Bewegungen wie OccupyWallStreet verbinden die „Kritik am System“ mit der Sorge um unser aller Zukunft. Das ist gut. Das ist wichtig. Aber es reicht nicht.

Das postulierte 2°-Ziel ist realistisch betrachtet nicht mehr erreichbar. Die Zeit der Aktion läuft ab, bald bleibt nur noch die Reaktion. Aber wie agieren? Im System, also evolutionär, oder außerhalb des Systems in Form einer Revolution?

[weiter zum ganzen Beitrag]

 

Gutes Design ist nachhaltig

Oder etwa nicht?
Wohlwissend, daß allein »gutes Design« polarisierend wirkt, nehme ich mir hier die Freiheit, diese These aufzustellen und zunächst einmal für mich selbst, sozusagen laut zu erklären.

Für mich muß »gutes Design« funktionieren. Ob Produktdesign oder Kommunikationsdesign. Sowohl technisch, als auch kommunikativ. Die jeweilige Aufgabe, die ein Design hat, muß gelöst werden. Fehlt es natürlich schon an der Aufgabenstellung, d.h. der richtigen Zielsetzung, dem aussagekräftigen Briefing und in Folge dem zielführenden Konzept, kann »gutes Design« allenfalls ein Zufallsprodukt sein. Schafft Design es also nicht, seine Aufgabenstellung zu lösen, ist es schlicht und ergreifend schlecht. Völlig unabhängig davon, ob es ästhetisch ist.

Aus meiner Sicht gibt es für schlechtes Design zwei Verantwortliche. Den Auftraggeber, der entweder den falschen Designer wählt oder eben die Aufgabenstellung nicht richtig definiert. Und den Designer, der nicht ehrlich zu sich selbst und seinem Auftraggeber ist und einen Auftrag nicht auch mal ablehnt, weil er ggfls. gar nicht der Richtige für diese Aufgabe ist oder bei mangelnder Aufgabenstellung nicht entsprechend nachhakt und berät.

Folgerichtig entsteht gutes Design, wenn die Kommunikation zwischen Auftraggeber und Designer ehrlich ist und stimmt. Zumindest ist es aber eine sehr gute Voraussetzung. Könnte man meinen.

Die Frage wäre nun, ab wann funktioniert Design und ist damit eben auch gutes und meiner These nach sogar nachhaltiges Design?

Design funktioniert dann, wenn die in der Aufgabenstellung definierte Botschaft nahezu verlustfrei bei der Zielgruppe ankommt.

An dieser Stelle mache ich nun bewußt eine Denkpause.
Für mich, aber auch für den geneigten Leser, um Raum zu schaffen, den Gedanken vielleicht selbst weiter zu spinnen.
Fortsetzung folgt.

Teil 2
»Nahezu verlustfrei« – schön, nicht? Also, schön, wenn es so wäre. Leider ist es in den meisten Fällen aber eben anders. Um nicht zu sagen, genau anders herum. Wenn man von der schönen Formel ausgeht, daß man in der Regel kaum mehr als 3% Response erwarten darf, bedeutet es eben 97% Verlust. D.h. 97% eines Mailings oder eines Flyers schaffen es eben nicht, die Botschaft zu transportieren. Das ist schlecht. Und natürlich ganz und gar nicht nachhaltig, denn von den 100% Flyern die früher oder später in den Papierkorb wandern, tun es sogar 97% ohne jede Wirkung. Damit nun aber z.B. 3.000 Kunden wirklich erreicht werden, kommen offenbar immer noch viele Unternehmen auf die einfache Formel: dann drucken wir eben 100.000 Flyer. Und fabrizieren damit 97.000 Flyer direkt für den Müll. Die wirkungsvollen restlichen 3.000 kommen selbstverständlich auch dort hin.

Die KollegInnen Designer werden vermutlich nicht zu unrecht sagen: »Das Design war gut! Das Angebot war eben schlecht!« Oder das Image oder der Zeitpunkt oder die Adressdatei oder das Papier, oder, oder, oder. An dieser Stelle verweise ich nach oben, in den ersten Teil und behaupte, Auftraggeber und Designer haben nicht richtig kommuniziert und sind somit beide Schuld an den Verlusten und damit eben auch an völlig unnütz verschwendeten Ressourcen, völlig unnütz produzierten Emissionen und eben auch Müll. Das ist schlecht, und somit ist es auch bei aller Ästhetik, schlechtes Design.

Was wäre denn demnach nun aber gutes Design und wann ist es nachhaltig?

Es wäre nicht verwunderlich, wenn das Unternehmen und der Designer, welche wider aller Vernunft 100.000 Flyer für 3.000 Treffer drucken ließen, auf die naheliegende Lösung kämen, nun alles hübsch ökologisch produzieren zu lassen. Die Druckerei druckt klimaneutral, mit Ökofarben auf Recycling-Papier. Das Ganze wird obendrein noch hübsch vermarket. Was für ein Doppelnutzen! Alle sind zufrieden. Sogar der Designer verkauft sich als besonders nachhaltig. Die Welt ist wieder in Ordnung.

Ist das denn nun gutes Design? – Natürlich nicht.
Ja, aber warum nicht? Es ist doch alles nachhaltig produziert.
Das, liebe geneigte Leser, werde ich in Teil 3 dieser Herleitung deutlich machen.

Teil 3
Sicher ist es schon mal ein guter Anfang überhaupt möglichst durchgängig nachhaltig zu produzieren. Allemal besser, als sich gar nicht um die Umwelt zu scheren. Im Ergebnis ändert es allerdings nichts am Verlust. Es werden weiterhin, um bei dem Beispiel zu bleiben, 97.000 Flyer wirkungslos in die Rundablage wandern. Jetzt ein wenig grüner. Aber egal ob klimaneutral, ökologisch wertvoll, besonders grün oder komplett nachhaltig, es ist und bleibt unnütz produzierter Müll. Im Grunde ist es wie mit den »Fähnchen«. Es bleibt alles beim alten, nur die »Fähnchen« werden jetzt unter nachhaltigen Aspekten produziert.

Worauf der Schuh bloß hinaus will?

Eigentlich ganz einfach. Viel nachhaltiger wäre es eben, sich intensiv um die Erreichbarkeit der eigentlichen Zielgruppe, also der 3.000 Kunden zu kümmern. Um die sogenannten Streuverluste zu vermeiden, muß daher viel intensiver am Konzept gearbeitet werden. Ein besseres Konzept beinhaltet selbstverständlich viele Eckdaten, stellt und beantwortet viele Fragen und braucht eine transparente Kommunikation zwischen Auftraggeber, Kreation und Produktion. Es braucht mehr Zeit und mehr Offenheit für neue Ideen und Wege. Und zukünftig auch mehr Mut für neue Entscheidungen. Auch wenn vermutlich am Ende dabei herauskommt, daß man die Responseraten eines Direktmailings auch mit dem tollsten Design nicht steigern kann und man zu dem Schluß kommt, völlig andere Kanäle oder Maßnahmen zu verfolgen. (Vielleicht sogar ganz ohne Design.) Und selbstverständlich braucht es auch den Mut von Designern »Nein« zu sagen.

Design ist gut, wenn es funktioniert.
Design funktioniert, wenn es verlustfrei ankommt.
Wenn Design verlustfrei ankommt, ist es nachhaltig.

q.e.d.

 

 in

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