die gebrauchsgrafiker | der blog

»transparenz schafft akzeptanz«

4. Lagerfeuer 2013

Brust oder Keule?

Die Frage stellte sich gar nicht. Wie angekündigt hatte ich zum diesjährigen Lagerfeuer reichlich butterzartes Reh von der Keule. Filetiert und eingelegt vom Jäger und Schlachter daselbst. Selbst die Putenfraktion hat die in Buttermilch/Olivenöl/Kräuter eingelegte Brust zur zweiten Wahl gemacht. Fazit: mein erstes auf Holzkohle gegrilltes Reh war ein voller Erfolg und wird mit Sicherheit wiederholt. Ich habe mich sehr darüber gefreut, daß nach zahlreichen kurzfristigen Absagen, die Harten es doch in Ollis Garten geschafft haben. Und dabei hatten wir sogar ausgesprochenes Glück mit dem Wetter. Ein spätsommerlicher Abend mit sternenklarem Himmel. Dazu eine feine Runde mit sehr persönlichen und intensiven Gesprächen. Die Lagerfeuergäste sind genau so, wie ich sie auch im Netz kennengelernt habe. Unverstellt. Geradeaus, offen und ehrlich erfrischend. Super!

brust oder keule? | foto | oliver schuh

brust oder keule? | foto | oliver schuh

Im Bild eine der Keulen, auf die bereits unser Hund wartet. Ansonsten gibt es keine Beweisfotos, was sicher nicht zuletzt daran liegt, daß es rein gar keine Handymania gab. Ich werte das als ein Zeichen für angeregte und gute Unterhaltung.

Ich bedanke mich für das Dreigestirn von Ratsherrn mit Bierfibel vom Präsentationsoptimierer »Pezl« (PCL), Peter Claus Lamprecht – ich werde es ganz bewußt und gepflegt genießen, dem herrlich passenden ARTERO Tempranillo vom fischgrätdesignendem Dirk Rehder, dem oberleckerem Kartoffelsalat – genauso schmierig, wie ich ihn mag – von Fotografin und Autorin Sigrun Misselhorn und der tatkräftigen Küchenhilfe mit Visionen Heike John aus Stuttgart, die den diesjährigen Fernfahrergedächtnisorden am virtuellen Bande erhält!

Was denen entgangen ist, die nicht dabei sein konnten, freute Familie und Freunde. Denn beim After-Lagerfeuer-Restegrillen wurde noch mal kräftig aufgefahren. Und in diesem Moment köcheln ganz fein die allerletzten Rehfilets, Putenstreifen und Schweinefiletgeschnetzeltes in einer leckeren Weissweinsoße vor sich hin. Da kann man schon mal Mittagspause machen. ;-)

UND: gleich ist keine Pute mehr da! ;-)

50 Euro Seminargutschein

Der Fachverband der Medienproduktioner (f:mp.) unterstützt »die gebrauchsgrafiker«

f:mp. seminargutschein für »die gebrauchsgrafiker«

f:mp. seminargutschein für »die gebrauchsgrafiker«

»die gebrauchsgrafiker« stehen auf echte Verbindungen. Und sie möchten alle am Kommunikationsprozess Beteiligten wieder an einen Tisch bekommen. Nur so kommt es zu gelungenen Kommunikationslösungen.

Der Fachverband der Medienproduktioner (f:mp.) versteht und unterstützt diese Haltung.
Ihr Geschäftsführer Rüdiger Maaß drückt es so aus:

“Kreative und Designer sind ein wesentlicher Bestandteil der Prozesskette für die Gestehung von Medien. Im Rahmen der Medienkonvergenz bekommt das Thema Netzwerken eine vollkommen neue Bedeutung. Alle maßgeblich beteiligten Personen sollten mehr Schulterschluss suchen um gegenseitig voneinander zu profitieren.
Insofern ist die Initiative »die gebrauchsgrafiker« von Oliver Schuh genau der richtige Weg.
Natürlich geht es nicht nur um Netzwerken, sondern auch um die Horizonterweiterung. Dabei spielt die Aus- und Weiterbildung eine wichtige Rolle. Aus diesem Grund unterstützen wir alle Teilnehmer der Initiative »die gebrauchsgrafiker« mit einem jährlichen Seminargutschein des f:mp. in Höhe von 50 Euro. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Oliver Schuh…”

Eine feine Sache, wie ich finde. Denn das Wissen um die Machbarkeit von Kommunikationslösungen und den reibungslosen Workflow dorthin, ist eine ganz große Stellschraube hin zu nachhaltigem Kommunikationsdesign. Für die Freunde unseres Kreativverbundes, die sich in der XING Gruppe »die gebrauchsgrafiker« sammeln, bedanke ich mich stellvertretend. Das Schöne, sollten sich Themen aus unserer Reihe ergeben, sind weiter Seminarformate denkbar. Wir arbeiten daran. ;-)

Was macht ein Gebrauchsgrafiker im Urlaub?

Aktiv abschalten

Eine meiner wenigen guten Eigenschaften ist das totale Abschalten im Urlaub. Das gelingt schon im eigenen Garten auch ganz spontan, funktioniert aber umso besser bei einem echten Tapetenwechsel, fern von allen gängigen Kommunikationsmitteln. In diesem Urlaub an der dänischen Nordseeküste in der Jammerbucht gab es quasi gar keine Kommunikationsmittel oder Medien. Verpasst habe ich ganz offensichtlich nichts. Und dies ist fast immer die Erkenntnis, wenn man wieder zu Hause ist. Die Erde dreht sich weiter, auch ohne ständige Erreichbarkeit oder tägliche Statusmeldung in den sozialen Medien.

Und so kann ich mich dann auch ganz wunderbar völlig anderen Dingen widmen. Neben der Familie, versteht sich!
Zum Beispiel der Rezension von »Letterfontäne«, von Joep Pohlen.

rezension letterfontäne | foto | quinn schuh

rezension letterfontäne | foto | quinn schuh

Oder dem Werkstattbau, damit es dann auch endlich mit dem Atelierbau weitergehen kann. Das wäre dann ein positiver Selbstdruck in der aktiven Pause. Natürlich nicht ohne den nötigen Spaß oder den Sinn für’s Detail. ;-)

werkstattbau | foto | olli schuh

werkstattbau | foto | olli schuh

Das nächste Lagerfeuer Ende August wäre dann auch ein schöner Druckpunkt um die eine oder andere Maßnahme wieder fertigzustellen. Somit entspringt dem aktiven Abschalten oder dem Seele baumeln lassen auch immer wieder etwas Neues. Weiter geht’s!

Zum freien Download: Font Calypso PF

und das »Making of Calypso PF« von Marjolein Koper und Joep Pohlen

Der helle Wahnsinn, wie ich finde. Mit welcher Akribie und mit welchem Enthusiasmus hier zu Werk gegangen wird. Wenn einem eine digitalisierte Schrift nicht gefällt, dann digitalisiert man eben selbst. Muß sich wohl Joep Pohlen gesagt haben:

Und obendrein ist die Calypso Interpretation, die auf der Calypso von Roger Excoffon basiert, frei erhältlich: Calypso PF

Aber Achtung! »Was nichts kostet, ist auch nichts!«, darf hier getrost vergessen werden.

»Coats of arms of the Book Trade«
Klein, fein und mit Liebe eingewickelt in Seidenpapier und Finnischer Papierkordel lag es seit Tagen vor mir. »Coats of arms of the Book Trade« von Joep Pohlen, Verlag Fontana, aus den Niederlanden. Voller Ehrfurcht habe ich mich tagelang nicht »getraut« dieses kleine, handsignierte und auf 250 Exemplare limitierte Werk zu öffnen. Bis ich die wirkliche Ruhe und das richtige Licht auf unserer Sonnenterrasse hatte, um mich mit allen Sinnen auf dieses Erlebnis einzulassen. Bis dahin war es pure Selbstgeisselung. Das Warten hat sich gelohnt. Die Bilder können nur erahnen lassen, was ich da für ein Schmuckstück in Händen und Ehren halte.

coats of arms | letterfontäne | foto | oliver schuh

coats of arms | letterfontäne | foto | oliver schuh

Zum Größenvergleich daneben ein Rezensionsexemplar der neuen stark erweiterten Ausgabe von »Letterfontäne – die Anatomie der Schrift«, ebenfalls aus der Feder von Joep Pohlen. Dazu später mehr.

coats of arms 1 | foto | oliver schuh

coats of arms 1 | foto | oliver schuh

coats of arms 2 | foto | oliver schuh

coats of arms 2 | foto | oliver schuh

coats of arms 3 | foto | oliver schuh

coats of arms 3 | foto | oliver schuh

coats of arms 4 | foto | oliver schuh

coats of arms 4 | foto | oliver schuh

coats of arms 5 | foto | oliver schuh

coats of arms 5 | foto | oliver schuh

Bewußt verzichte ich noch auf eine weitere Beschreibung dieses kleinen Schätzchens und lasse so gut es geht, die Fotos wirken. Mit KLICK auf das jeweilige Bild, erhält man eine größeere Ansicht. Später aber mehr dazu. Jetzt erstmal weiterfreuen.

»Coats of arms of the Book Trade«
von Joep Pohlen
Verlag Fontana, Niederlande
150 x 108 mm, 16 Seiten, 6 eingesteckte Karten
auf 250 Exemplare limitiert, nummeriert, handsigniert
ISBN 978-90-75084-00-9
Preis: € 24,00 zuzüglich Versand

Nun hatte ich gerade die Idee das Auswickeln dieses feinen Büchleins noch mal zu filmen und entdecke den Meister selbst:

Frohes Fest

Während sich alle dem Sommer entgegensehnen, hege ich meine Weihnachtspost

Chris Rosmanitz hat wieder Ideen geschubst und mir zu Weihnachten 2012 einen feinen Stern mit Sommerblumensaat geschickt. Der ist nicht etwa in Vergessenheit geraten – nein, meine Weihnachtspost hebe ich stets gut auf – sondern er kommt erst jetzt oder besser nun zum zweiten Mal zur Geltung. Kürzlich habe ich den Stern nämlich seiner Verwendung zugeführt. Das heißt fein säuberlich in einen schönen Topf mit Anzuchterde mittenmang meiner Gartenkräuter drapiert. (Fürs Foto noch nicht gewässert und mit Erde abgedeckt.) Nach ein paar schönen Camping-Tagen an der Ostsee läßt sich nun auch schon der eine oder andere Keimling blicken. Ich werde es im Auge behalten und erfreue mich dann bestimmt noch ein drittes, viertes und xtes Mal an dieser schönen Weihnachtspost! Und bis zum Lagerfeuer, wenn die Chris uns besucht, werde ich ein ganz besonders schönes Plätzchen für die gute Saat gefunden haben.

frohes fest | foto | oliver schuh

frohes fest | foto | oliver schuh

Und was macht die Corporate Flower Saat der Karte 030?

Fundstück aus 2003 …

… aktueller denn je

portfolio 2003 | foto | oliver schuh

portfolio 2003 | foto | oliver schuh

Kürzlich stieß ich beim Durchstöbern von Arbeitsbeispielen, Scribbles und Printmustern, Reinzeichnungen und Montagen, Andrucken und Proofs aus 25 Jahren Selbständigkeit, auf ein Portfolio aus dem Jahre 2003. Einerseits kommen da verschämte Gefühle auf, ob der Dinge die man da verzapft hat. Andererseits ist man auch wieder ein wenig stolz darauf, was man eben schon alles mit den damaligen Mitteln fabriziert hat. Besonders erstaunt war ich aber über das Intro, welches heute noch, nach zehn Jahren mindestens genauso gilt:

»Am Anfang wurde noch in Stein gehauen, geritzt oder gepinselt…
Heute ist fast alles denkbar, kaum ein Material, welches nicht bedruckbar wäre. Ist doch die Inkjet-Torte der große Renner aus dem gelobten Land.
Das Motto scheint zu sein, je mehr Farbe desto besser. Und schnell, Hauptsache schnell muß alles sein. Tatsächlich sind die Produktionsabläufe und -maschinen rasant.
Aber mal ehrlich, wirklich schneller ist die Gesamtproduktion nicht geworden. Denn die Menschen, die Entscheider, sind an Ihre Grenzen angelangt. Und das Endprodukt? Ist es wirklich besser geworden?

Eines hatten die Techniken von damals voraus. Sie waren „aufwändig“. Im wahrsten Sinne des Wortes. Und der Gestalter hat sich daher schon im Vorwege viel intensiver mit den Inhalten und deren Komposition auseinandergesetzt. Dort möchten wir wieder hin. Nicht schnell, schnell, sondern Identifizierung mit dem Kunden und seinem Produkt und das in einem vernünftigen Preis-Leistungsverhältnis.«

Kurios ist, daß ich genau diese Thematik der Wertschätzung von Inhalt gerade in letzter Zeit wieder in Beiträgen und Vorträgen in den Vordergrund stelle. Diese Durchgängigkeit bestärkt mich in meiner Haltung.

der kreative Butterberg …

… oder die Fettecke der Kreativwirtschaft?

 

der kreative butterberg | cartoon | oliver schuh

der kreative butterberg | cartoon | oliver schuh

 

Seit einigen Jahren macht Politik eine Wachstumsbranche aus und nennt sie (Kultur- und) Kreativwirtschaft. Mit rund 137 Mrd. Umsatzvolumen in 2010 – laut »Monitoring zu ausgewählten wirtschaftlichen Eckdaten der Kultur- und Kreativwirtschaft 2010« der Bundesregierung – kann man das Potenzial auch kaum übersehen. Und auf den ersten Blick macht es fast ein wenig stolz zu den »nur« eine Million Menschen zu zählen, die diese Umsätze erzielt haben sollen. Die Dunkelziffer der Beteiligten dürfte dabei aber wesentlich höher liegen. All die Neffen, Nichten und Kukis und all diejenigen die unter einem Jahreseinkommen von weniger als 17.000 Euro liegen, werden meines Wissens nämlich nicht erfasst. Und das dürfte eine nicht ganz kleine kreative Ansammlung sein.

Nun erkennt die Politik also Potenzial und will fördern. Im allerersten Moment habe ich mich dabei erwischt zu fragen, warum man etwas fördern will, was aus sich selbst heraus offenbar eine Erfolgsgeschichte ist? Und im zweiten Moment fallen mir diverse staatliche Subventionsmodelle ein, die oft nicht das erzielt oder schlimmer noch, daß Gegenteil von dem bewirkt haben, was eigentlich erreicht werden sollte.

Erst neulich wurden in einer Plenarsitzung, in gemütlicher Runde die Anträge zur Förderung der Kreativwirtschaft von Regierungsparteien und Opposition diskutiert. Nach meinem Empfinden wurde recht deutlich, daß die Redner Ihrer Parteien eine jeweils recht unterschiedliche Auffassung davon hatten, was eigentlich in den sehr dehnbaren Oberbegriff Kreativwirtschaft gehört? Mal davon abgesehen, daß dieser Begriff unvollständig ist. Heißt doch der neuersonnene Wirtschaftssektor Kultur- und Kreativwirtschaft. Und laut Wiki gehören dann auch gleich elf Teilbereiche dort hinein: »Musikwirtschaft, Buchmarkt, Kunstmarkt, Filmwirtschaft, Rundfunkwirtschaft, Markt für darstellende Künste, Designwirtschaft, Architekturmarkt, Pressemarkt, Werbemarkt sowie Software/Games-Industrie.« Wohlgemerkt, es geht jeweils um die jeweiligen Märkte. Und so scheint es mir auch nicht weiter verwunderlich, daß die Regierungsparteien sich eher um die Förderung der Wirtschaft, als um die Förderung von Kultur und Kreativität kümmern möchten, während die Opposition sich mehr um das Auskommen, die Altersabsicherung und die urheberrechtlichen Belange der kulturellen und kreativen Akteure zu bemühen scheint. So mein Eindruck.

Für die Teildisziplin Designwirtschaft bleibt zu hoffen, daß Politik dem inflationären Run auf die hippen Berufe nicht noch mehr Vorschub leistet, denn schon jetzt gibt es einen kreativen Butterberg, der wächst und wächst.

Wer Spaß an den Reden zur (Kultur- und) Kreativwirtschaft hat, findet die Streams hier: Förderung der Kreativwirtschaft

Diese Frage schwebt über der kürzlich veröffentlichten Media Mundo Empfehlung für nachhaltiges Kommunikationsdesign

wo muss design besser werden | oliver schuh

wo muss design besser werden | oliver schuh

In der Presse Meldung heißt es:

Medienproduktion kann nur dann nachhaltig sein, wenn das zugrundeliegende Kommunikationsdesign von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt diesen Anspruch ebenfalls erfüllt. Damit fällt dem Design eine große und verantwortungsvolle Aufgabe zu.
Die 6. Media Mundo-Empfehlung gibt konkrete Handlungsempfehlungen für Auftraggeber, Designer, Konzeptioner und Medienproduktioner.

„Technisch ist die Makulatur heute fast auf Null zu fahren. Konzeptionell sind wir leider noch weit davon entfernt. Design kann und muss hier Verantwortung übernehmen.“, so Oliver Schuh, der als Mitglied im Media Mundo-Beirat maßgeblich für die Erarbeitung der Empfehlung verantwortlich zeichnet.

Die Empfehlung „Nachhaltiges Kommunikationsdesign“ beleuchtet die gesamte Wertschöpfungskette eines Designs und zeigt die wichtigsten Stellschrauben auf dem Weg zu einem wirklich guten und damit nachhaltigen Design. Dieser beginnt idealerweise bereits in der Konzeptionsphase und bezieht alle am Prozess Beteiligten mit ein. Die Empfehlung plädiert dafür, dass alle benötigten Kompetenzen frühzeitig in einen offenen, fairen Austausch miteinander treten, um so die notwendigen nachhaltigen Weichenstellungen zu treffen.
Die Empfehlungen können online abgerufen werden unter: http://www.mediamundo.biz/beirat/empfehlungen

Die Leckerli Generation …

… oder, wer konditioniert hier eigentlich wen?

Sie kennen das sicher aus der Haustier-TV-Industrie, aus eigener Erfahrung mit HundetrainerInnen oder Gassibekanntschaften. Der Hund, des Menschen treuester Freund und Intelligenzbestie per se, wird auf Belohnung konditioniert. Nicht auf Gehorchen, nein auf Belohnung. Klingt komisch? Ist es auch.

Nun sind wir seit einem guten Jahr Hundebesitzer. Nicht ohne Erfahrung. Ich selbst komme quasi aus einer Hundefamilie. Zwar wurde ich als Kleinkind nicht von unserer Fox Terrierin Susi gesäugt, aber ich habe gern mit ihr Körbchen und Hundekekse geteilt.  Es folgten weitere Hunde und Erfahrungen. Nie benötigten wir etwa eine Hundeschule. Aber, man geht halt mit der Zeit und so besuchte wir dann doch eine sehr empfohlene Hundetrainerin. Uns ging es dabei nicht so sehr um das Abrichten unseres Mischlings, als vielmehr um den Spaß, den kleine Hunde miteinander haben können und sollen. Von wegen Sozialisierung. Weißt Du?

sam | foto | ollischuh

sam | foto | ollischuh

Fazit – ich bin sicher, Sie ahnen es – nach sieben Hundeschulstunden, haben wir uns die letzten drei Stunden unserer Zehnerkarte geschenkt. Die Art und Weise, wie die Intelligenz der Hunde ad absurdum geführt wird, indem man die Tiere mit Leckerlis gefügig macht und bei jeder nur erdenklichen (guten) Aktion belohnt, ging uns schlicht gegen den Strich. Dabei ist die Belohnung an sich nicht verwerflich, wenn sie im Rahmen bleibt. Das eigentlich kuriose an dieser Methode ist das Ausbleiben von Sanktionen, wenn der Hund nicht gehorcht.

Beispiel gefällig?
Oft beobachtet, genauso oft erklärt, nie verstanden: Hund büxt aus, jagt durchs Unterholz und ist minutenlang weg. Alle Rufe, Pfiffe oder Gebärden nützen nix. Erstmal ist er futsch. Natürlich kommt er dann irgendwann wieder. Und was passiert dann? Genau. Er bekommt ein Leckerli. Warum? Na klar, er ist ja schlußendlich, sozusagen auf den letzten Ruf gekommen. Das sich der blöde Hund davor falsch benommen hat, kann er einfach nicht mehr verknüpfen, heißt es, und damit fällt dann jede Sanktion weg und er wird für die letzte gute Tat belohnt.

Da drängt sich doch die Frage auf: Wer konditioniert hier eigentlich wen?

Wenn schon kein Hundeverstand, aber mit einem Rest gesundem Menschenverstand* klappt es auch mit dem Hund. Man muß nur einfach mal nicht jeden Bissen schlucken, der einem vorgeworfen wird. Diese meine Sichtweise ist übrigens erwünscht übertragbar auf viele andere Situationen und Konstellationen unserer vermeintlich selbstbestimmten Gesellschaft. Und wer weiß, vielleicht übertrage ich diese krumme Haltung der Leckerli Generation ja noch auf andere Felder, wie Erziehung, Politik, Verbandswesen oder Marketing. ;-)

Frostigen Gruß vom Elbstrand!

 

*) Es erhebt sich die Frage, ob es überhaupt gesunden Menschenverstand gibt und woran sich dieser messen ließe? Und was wäre denn dann ungesunder Menschenverstand? An diesen kleinen Denkanstoß erinnere ich mich in einer Twitterdiskussion mit Sven Maschmann.

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